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Kommentar: Die Verbündeten der USA sind jetzt gefragt

Noch hat die Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg nicht einmal erste Ergebnisse erreicht, schon geht der Blick der USA in Sachen Terror-Bekämpfung über Kabul hinaus. Jedenfalls scheint es so, wenn man erste Signale aus Washington ernst nimmt, die auch den Irak als mögliches Ziel ausmachen. Doch sind hier die Verbündeten Amerikas in der Terror-Allianz gefragt. Sie sollten in der Rolle des treuen Freundes, der in der Not tatkräftig mit anpackt, zu Umsicht und Zurückhaltung mahnen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat heute im Bundestag einen ersten Schritt dazu getan. Zu Recht hat er davor gewarnt, schon jetzt neue Ziele bei der Bekämpfung des Terrorismus über Afghanistan hinaus zu suchen. Vor einem solchen Schritt müsste erst das Klima geschaffen werden, dass die Anti-Terror-Allianz auch bei einem Angriff auf den Irak zusammenhalten würde. Das ist noch lange nicht der Fall. Im Gegenteil: Bei vielen, die heute fest zur USA stehen, könnte der Argwohn wachsen, die Supermacht wolle eine seit dem Golfkrieg offene Rechnung einlösen. Die Verbündeten sind jetzt schon gefragt, ihre Meinung der USA gegenüber vorzubringen, nicht erst, wenn im Weißen Haus schon die Würfel gefallen sind.

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