Kommentar: Ein anderes Kaliber

Archiv
Kommentar: Ein anderes Kaliber

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe war überraschend, die Entscheidung selber nicht. Die Stimmung in der Bevölkerung und in der eigenen Partei ließen CDU-Chefin Angela Merkel keine andere Wahl, als den Weg für die Kanzlerkandidatur für Edmund Stoiber frei zu machen. Im Wahlkampf wird es vor allem um die Wirtschaftspolitik gehen, und in diesem Bereich trauen die Leute Stoiber dank seiner Erfolge als Ministerpräsident in Bayern viel zu. An Merkel glaubte nicht einmal mehr die CDU.

Für die Parteivorsitzende wird es nun schwierig. Sie hat den von ihr selbst inszenierten Machtkampf verloren und ist angeschlagen. Doch immerhin hat Merkel der Union eine Zerreisprobe erspart. Das wird man ihr in der Partei zu Gute halten. Gewinnt Stoiber, profitiert auch Merkel. Verliert er, wird zumindest niemand sagen können, sie trage die Verantwortung.

Der CSU-Chef muss nun ein klares Gegenmodell zur Wirtschaftspolitik der Bundesregierung anbieten. Die Unzufriedenheit mit der rot-grünen Politik ist groß, aber eine Siegeschance hat die Union im September nur, wenn sie ein überzeugendes Konzept vorlegen kann. Auch dann wird es noch schwer genug. Der Gegner Stoibers heißt jetzt nicht mehr Angela Merkel, sondern Gerhard Schröder. Das ist ein anderes Kaliber.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%