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Kommentar: Gefährliche Gleichung mit vielen Unbekannten

Das mobile Internet ist bislang ziemlich virensicher und wartet mit einer Vielzahl konkurrierender Systeme auf, und genau hier beginnen die Probleme. Weil sich noch niemand darauf festlegen kann und will, welche Standards und Geräte den M-Commerce tatsächlich dominieren werden, üben sich auch die drei größten Hersteller von Sicherheitssoftware noch in der Kunst des Lavierens. Erste Produkte kommen jetzt auf den Markt; besonders ernst nehmen die Hersteller die Entwicklung selbst jedoch noch nicht. Das Zögern ist verständlich, aber gefährlich. Noch erwirtschaften die Hersteller ihre Gewinne im PC-basierten Geschäft; Sicherheitslösungen rund um Firmennetze runden das Portfolio ab.

Nicht nur Marktforscher, die uns mit immer neuen Rekordeinschätzungen über das Potenzial mobiler Internetanwendungen traktieren, sollten der Branche zu denken geben. Die Milliarden für die UMTS-Lizenzen sind ein Fakt. Nur mit tatsächlich hochleistungsfähigen Geräten, seien es nun Telefone mit Computerqualität oder Organizer mit umfassenden Kommunikationsfähigkeiten, lassen sich beim Mobilfunkstandard der dritten Generation Dienste empfangen, deren Nutzung einen hohen Deckungsgrad erwarten lassen. Ohne derartige Angebote droht den Netzbetreibern ein Finanzdebakel. Sie werden sich aus diesem Grund mächtig ins Zeug legen, um die Akzeptanz mobiler Geräte zu steigern.

Je stärker sich die Geräte aber für den Dateiaustausch und das Internet öffnen, desto verwundbarer werden sie. Die Portale, auf denen die Netzbetreiber ihre Dienste bündeln wollen, sind eine weitere Schwachstelle. Noch interesssieren sich Hacker nicht sonderlich für das mobile Internet. E-Mails am PC werden auf absehbare Zeit die Haupteinfallschneise für Attacken bleiben, und Firmen werden weiterhin viel Geld investieren müssen, um sich gegen Netzattacken zu wappnen. Solange Microsoft Skriptsprachen in Umlauf bringt, die ohne großen Aufwand zur Programmierung gefährlicher Eindringlinge genutzt werden können, bleibt das mobile Internet vergleichsweise uninteressant.

Dennoch müssen sich die Sicherheitssoftwarefirmen schon heute darüber Gedanken machen, wie sie sich für künftige Herausforderungen wappnen. Der Übergang von der Diskette und der Sicherung der Desktopumgebung hin zum Internet war ein gradueller Übergang. Beim mobilen Internet hat es die Branche mit neuen Kunden, unterschiedlichen technischen Voraussetzungen und auch anderen Verkaufsstrukturen zu tun. Schon die nächsten Monate werden zeigen, wer mit dieser Situation umgehen kann. Ein vertrauter Ansprechpartner wird der Branche dabei immerhin erhalten bleiben: Mircrosoft drängt mit Macht auch auf mobile Geräte.

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