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Kommentar: Gezieltes Leck

Die Commerzbank ist offenbar löchrig wie ein Schweizer Käse. Damit ist nicht die Bilanz des angeschlagenen Geldhauses gemeint, sondern der Hang zur Indiskretion in den Führungsetagen. Schon im dritten Quartal in Folge dringen die Geschäftszahlen vorzeitig nach außen.

Statt wie angekündigt am Mittwoch Morgen liefen die brisanten Daten über einen dreistelligen Millionenverlust bereits am Montag Abend über den Ticker. Jetzt sucht die Commerzbank voller Verzweiflung nach dem Leck. Doch manchmal kommt eine undichte Stelle gar nicht so ungelegen, vor allem wenn die Zahlen schlechter als erwartet ausfallen. Denn mit einer gezielten Indiskretion lässt sich die gespannte Öffentlichkeit kursschonend auf Hiobsbotschaften vorbereiten. Wenn die schwachen Zahlen dann offiziell bestätigt werden, hat die schlechte Nachricht schon einiges von ihrer Brisanz verloren. Jetzt prüft wieder einmal die Finanzaufsicht das Dauer-Leck bei der Commerzbank. Viel wird dabei wahrscheinlich nicht herauskommen. Ein Ergebnis steht aber bereits fest: Analysten und Investoren sind sauer über den Geheimnisverrat, und das zu Recht. Die Indiskretionen kosten die Commerzbank weiteres Vertrauen an den Märkten, und kaum ein Institut kann sich das so wenig leisten wie das verlustreiche Frankfurter Geldhaus.mm

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