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Kommentar: Gibt es Alternativen zur Aktie? Nein

Das große Gewinnspiel "Börse" macht immer weniger Spaß. Zwar gibt es einzelne Titel, die weiterhin gute Kurssteigerungen zeigen. Aber die Wahrscheinlichkeit, einen dieser Kandidaten auszuwählen, wird immer geringer, wenn sich die Märkte insgesamt nach unten bewegen.

HB DÜSSELDORF. Zwar spricht viel dafür, dass in wenigen Jahren, vielleicht schon Monaten, das Bild wieder rosiger aussieht. Denn mit wenigen Ausnahmen - dazu gehört der japanische Aktienmarkt - folgt auf einen Absturz bald wieder ein Aufstieg. Doch die Zweifel bleiben: Und wenn die Flaute nun doch viel länger dauert als befürchtet? Viele Anleger, die sich mit Aktien die Finger verbrannt haben, stellen sich daher die Frage: Gibt es denn keine Alternativen?

Die Antwort ist nicht einfach. Natürlich gibt es andere Anlageformen, wie zum Beispiel festverzinsliche Anleihen oder Immobilien. Sie sind aber auch nicht frei von Kurs- oder Preisschwankungen. Ihr Risiko ist geringer als das von Aktien, aber ebenso die langfristigen Gewinnchancen. Wer für seine Altersvorsorge spart und dabei ganz auf Aktien verzichtet, hat daher nach einem langen Zeitraum vielleicht zu wenig auf der hohen Kante, um die Ausfälle der staatlichen Versorgung auszugleichen. Das ist auch ein Risiko, und kein geringes!

Flaue Börsenzeiten lenken den Blick auch auf die Lebensversicherung, die mehr Sicherheit verspricht. Richtig ist, dass die klassische Lebens- oder Rentenversicherung Börsenschwankungen ausgleicht, weil sie in guten Zeiten Reserven anlegt und in schlechten wieder auflöst. Aber längerfristig leben auch die Versicherer von der Börse. Sie können nur dann eine höhere Rendite erwirtschaften, als festverzinsliche Papiere abwerfen, wenn die Aktienbörse irgendwann wieder anzieht. Und dann würde auch der direkte Aktienanleger oder Inhaber von Aktienfonds profitieren. Bleibt die Aktienbörse hingegen für Jahre schwach, dann sind irgendwann auch die Reserven der Lebensversicherer aufgezehrt. Einen Vorteil - der mit hohen Kosten bezahlt wird - hat daher nur der Anleger, der in einer schwachen Börsenphase von einem Versicherer, der noch genug Reserven hat, sein Geld ausbezahlt bekommt.

Zum Teil kommen jetzt auch Hedgefonds in den Blick, vor allem in den USA und besonders für sehr betuchte Anleger. Hedgefonds-Manager werden zurzeit auffällig oft und gerne zitiert, zum Teil kann man über Zertifikate auch als Nicht-Millionär in den Markt einsteigen. Diese Fonds haben den Charme, dass sie auch an einer schwachen Börse verdienen können. Deswegen sind sie aber nicht unabhängig von der Börse - möglicherweise kippt das Konzept gerade dann, wenn die Kurse wieder anziehen. Der Anleger kann es nicht vorhersehen: Hedgefonds halten ihre Strategien weitgehend geheim.

Fazit: Wer langfristig denkt, kommt an Aktien nicht vorbei. Daran ändert auch die derzeitige Börsenflaute nichts.

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