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Kommentar: Kampf gegen die Geldwäsche

Wenn man schon Verbrechen wie den internationalen Drogenhandel selbst nicht wirksam bekämpfen kann, soll man wenigstens versuchen, die Kriminellen um die Erträge ihrer Aktivitäten zu bringen. Und dazu brauchen die Gesetzeshüter die Mitwirkung der Banken. Das Problem dabei: Die Kriminellen sind meist cleverer als ihre Fahnder, die nur hinter ihnen herhecheln und bemüht sind, die Schäden zu begrenzen.

Den Spurensuchern geht es dabei nicht in erster Linie darum, Schwarzarbeit und dem Staat vorenthaltene Steuern aufzudecken. Ihnen geht es um das ganz große Geld, das etwa im Geschäft mit Rauschgift, Erpressung und Menschenhandel verdient wird oder das Diktatoren beiseite schaffen.

Es genügt längst nicht mehr, dass eine Bank den Ausweis eines Kunden einsieht, der mit einem Koffer voller Bargeld anreist. Da haben Mafiosi und Drogenbarone schon andere Kanäle gefunden, ihre illegalen Einkommen reinzuwaschen. Etwa indem sie sich Unternehmen bedienen, die scheinbar normalen Geschäften nachgehen, deren Defizite dann mit Schwarzgeld aufgefüllt werden.

Am liebsten etablieren sich die Geldwäscher an Plätzen, wo sie niemand kontrolliert und fragt, wem ihre Firmen gehören, wer die Geschäftsführer sind und was für eine Art von Geschäft sie betreiben. Da setzen denn auch zunächst die verschiedenen internationalen Institutionen und Agenturen in ihrem Kampf gegen das Reinwaschen illegal erworbener Einkommen an. Aber nur mit dem Finger auf dubiose Geldoasen zu zeigen, das ist zu wenig. Denn Geld wird auch in den wohl regulierten Industriestaaten gewaschen. Allein in den USA sollen es jährlich 40 bis 100 Milliarden Dollar sein.

Dass es in den etablierten Regionen Handlungsbedarf gibt, zeigt die Aktion elf internationaler Banken, die gestern in der Schweiz neue Standards von Sorgfaltspflichten vorgelegt haben. Ging die Initiative gegen Geldwäsche bisher meist von offiziellen Stellen wie der Financial Action Task Force (FATF) in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Uno sowie der Europäischen Union aus, so setzen jetzt die Banken mit einer freiwilligen Regelung neue Maßstäbe. Und das bringt alle anderen Banken in Zugzwang.

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