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Kommentar: Keine Entwarnung bei SAP

Die Reaktionen von Investoren an den Aktienmärkten sind zuweilen schwer nachzuvollziehen. Beispiel SAP: Heute morgen revidierte der weltgrößte Anbieter von Unternehmens-Software zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Umsatzprognose. Damit nicht genug; das Unternehmen verweigert sogar eine Prognose für die noch verbleibenden zwei Monate in diesem Jahr. Dennoch schnellte die SAP-Aktie am Morgen um fast 20 Prozent in die Höhe.

HB DÜSSELDORF. Die Anleger freuten sich darüber, dass SAP nach wie vor die Rendite leicht nach oben schrauben will, lautete die Begründung auf dem Börsenparkett. Eine riskante Schlussfolgerung. Die verbesserte Marge beruht vor allem auf einem straffen Kostenmanagement. Höhere Preise sind dagegen nicht in Sicht, geschweige denn steigende Umsätze. Diese beiden Kennzahlen sind es aber, die die Aussichten der Softwareschmiede über das Jahr 2002 hinaus bestimmen. Von Entwarnung kann keine Rede sein. Das Umfeld bleibt trübe. Erst wenn die Konjunktur wieder anzieht, werden die Firmen in neue Computerprogramme investieren. Wann das sein wird, weiß aber niemand, auch nicht die Investoren.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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