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Kommentar: Klick für Klick vor allem Kosten

Ein Onlinereisebüro ist eine schöne Sache. Viele Kunden nutzen die Angebote ausgiebig - und buchen dann aber doch lieber auf Nummer sicher, also offline oder zumindest mit Telefonunterstützung. Jede tatsächlich getätigte Onlinebuchung kostet die Unternehmen sehr viel Geld für das Anlocken von potenziellen Kunden, die oft potenziell bleiben. Lohnt sich das virtuelle Schaufenster? Sicherlich nicht für jeden. Wer mit riesigem Marketingaufwand wenig Umsatz tätigt, hat auf Dauer ein Problem. Umgekehrt gilt aber auch: Wer nur mehr oder weniger sinnvoll fremd eingekaufte Module kombiniert, wird mit seinem Internetauftritt kaum Erlöse erzielen, und das gilt vor allem für Firmen ohne etablierte Marke, der die Nutzer vertrauen. Gerade bei der Onlinebuchung ist Vertrauen ein Erfolgskriterium.

Einfach ist die Lage also nicht für die Anbieter, und die Zeit spielt gegen sie: Die Provisionserlöse - derzeit fallen 5 Prozent vom Reisepreis an - werden sinken, auch eine Stückgutvergütung, also ein preisunabhängiges Beteiligungsmodell, das derzeit im Gespräch ist, wird keine Wende zum Guten bringen. Gleichzeitig forcieren Airlines und Veranstalter den Direktvertrieb.

Was tun? Travel 24 entwickelt sich immer mehr zu einem Reisebüro mit Veranstalterebene, kauft selbst Kontingente, die eigens vermarktet werden. Zudem platzieren sich die Onlinereisebüros mit Buchungstools auf Portalen oder vermarkten ihre Module weiter. Das allerdings hat zur Folge, dass sich die Uniformität der Datenbanken auch in den verschiedenen Internetseiten wider spiegelt. Dennoch: Nach der verfehlten Euphorie sollten jetzt nicht die offensichtlichen Vorteile im Web-Vertrieb übersehen werden. Mit Lastminute lässt sich online schon jetzt Geld verdienen. Auch die stationären Reisebüros wollen sich für das E-Business wappnen, und die großen Airlines versprechen sich nicht umsonst nach wie vor viel vom Internetverkauf.

Umgekehrt werden die rein virtuellen Anbieter sich in Zukunft ein Standbein im stationären Geschäft sichern. Expedia wird demnächst bekannt geben, wie die Partnerschaft mit stationären Reisebüros aussehen wird. Denn kleinere Unternehmen mit Anbindung in die Offline-Welt arbeiten durchaus schon mit Gewinn. Zudem haben sich Spezialisten wie Travel Overland im Internet eine zweite Verkaufsplattform erschlossen. Millionen von Wagniskapitalgebern haben sie dafür nicht benötigt. Gerade die ersten Gehversuche der US-Airlines mit ihrem bislang eher drögen Gemeinschaftswerk Orbitz zeigen zudem, dass die Lehrjahre der Online-Anbieter nicht völlig vergeblich waren. Gut gemachte Angebote, die sich einfach bedienen lassen und starke Partner aufweisen, könnten in den kommenden Monaten nicht wenige Interessenten zu einem Kauf verleiten. Allerdings ist zu vermuten, dass viele dieser Interessenten weniger auf einzelne Flüge als vielmehr auf den kompletten Shop aus sein werden.

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