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Kommentar: Knoten geplatzt

Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle meint es ernst: Er will raus aus der provinziellen Verflechtung der Bayern AG. Der gordische Knoten der Verflechtungen Münchner Rück, Dresdner, Hypovereinsbank und dem eigenen Haus behindert ihn mehr bei der internationalen Expansion, als dass er ihm nützt. Mit der Übernahme der Dresdner Bank würde das spaghetti-artige Geflecht von Beteiligungen mit einem Schlag entworren. Die Vertriebspower der Dresdner Bank gesichert, mit DIT und RCM zwei respektable Asset Manager erworben und die Münchner Abhängigkeiten beendet. Das ist ein Deal nach Schulte-Noelles Geschmack. Die Investment-Banker der Dresdner spielen da nur eine Nebenrolle, erhalten dafür aber vielleicht die ersehnte Selbstständigkeit.

Bernd Fahrholz, Vorstandssprecher der Dresdner Bank, wusste wohl selbst, dass ihn seine "Strategie der fokussierten europäischen Beraterbank" nicht weit tragen würde. Nach der überstürzten Amtsübernahme im April letzten Jahres innerhalb von drei Wochen geschrieben, war sie mehr als Beruhigungspille für Mitarbeiter und Kapitalmärkte gedacht. Immerhin prügelte Fahrholz die Restrukturierung des inländischen Filialnetzes schneller als geplant durch. Der Weg nach Europa war für das deutsche Institut mit Zweitsitz in London aber noch sehr weit. Mit der Allianz kann Fahrholz das Überleben der grünen Bank sicherstellen, und das Asset-Management rückt in die Weltliga auf. Eine langfristige Perspektive, mit der sich Fahrholz vom kurzfristigen Denken der Investmentbanker verabschiedet.

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