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Kommentar: Mission Impossible für Mr. Nobody

Bislang war Yahoo, vor allem für Interneteinsteiger, häufig die erste Adresse im Web. Denn aus der Suchmaschine entwickelte sich innerhalb von sieben Jahren ein Gemischtwarenladen mit einer Botschaft: alles kostenlos. Von der E-Mail bis hin zu Nachrichten, alles aus einer Hand. 190 Millionen Nutzer erreicht das Angebot mittlerweile, eine beeindruckende Zahl, doch Reichweite zählt nicht mehr so viel wie noch vor einigen Monaten. Solange die Krise im Werbemarkt anhält, kann Yahoo nicht florieren.

Also soll ein neues Geschäftsmodell her. Kunden müssen für den Service zahlen. Doch bislang hat das Unternehmen niemanden gefunden, dem zugetraut würde, Yahoo derart radikal umzugestalten. Und das ist kein Wunder: Die Erfahrung, die für diesen Job benötigt wird, hat bisher niemand sammeln können. Das Internet ist das Mekka der kostenlosen Dienste, und Yahoo sein Wahrzeichen.

Vielen Unternehmen, die eigene Dienste entwickelt und vielleicht darauf vertraut hatten, später einmal Geld zu verdienen, hat Yahoo mit seinem universellen Angebot das Wasser abgegraben. Nun will der Web-Riese sein kostenloses Angebot verschlanken, mehr Premiumdienste gegen Gebühr anbieten. Groß muss die Not sein: Jetzt will Yahoo sogar mit Werbung für Pornovideos die Kassenlage aufbessern. Die Empörung ist groß, aber auch die Analysten sind alles andere als begeistert.

Plötzlich sieht Yahoo mit seiner hausbackenen Anmutung nicht mehr nach Zukunft aus, sondern nach Vergangenheit. War Yahoo ein Unternehmen der Neunzigerjahre? Fest steht nur, dass Yahoo, sollte es so bleiben wie es ist, schnell Vergangenheit sein könnte. Tragisch dabei ist allerdings, dass nicht sicher ist, ob ein neues Yahoo Erfolg hat. In der Internetwirtschaft gibt es wenig Anlass zu Häme. Yahoos kämpft einen Kampf, der allen anderen ebenfalls bevorsteht.

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