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Kommentar: Neuer Markt im Strudel der Terroranschläge

Am Freitag konnten Anleger ein seltenes Phänomen beobachten: In der Verkaufsstimmung vor dem Wochenende bewies der Neue Markt gegenüber dem Dax relative Stärke und fiel deutlich weniger als das Blue-Chip-Segment. Dass dies mehr als nur Zufall war, dafür spricht der Umstand, dass der Nemax-50 mittlerweile rund 54 Prozent unterhalb des gleitenden 200-Tage-Durchschnitts liegt. Auf dem Höhepunkt der Hausse, im Frühjahr des vergangenen Jahres, notierte er 45 Prozent über dieser Marke. Die technischen Indikatoren bewegen sich zudem im überverkauften Bereich. Der Nemax-50 zeigt sich auf einem Niveau, das in etwa dem Buchwert der in ihm enthaltenden Werte entspricht.

Vieles würde unter normalen Umständen also dafür sprechen, dass die Baisse am Neuen Markt nach Indexverlusten von über 90 Prozent ihren Tiefpunkt erreicht hat. Doch nach den fürchterlichen Anschlägen vom vergangenen Dienstag hat sich das Umfeld auch für dieses Marktsegment deutlich verschlechtert. Niemand kann zur Stunde sagen, ob die politisch-militärische Situation nach den Untaten eskaliert und welche Konsequenzen dies für die Weltwirtschaft hat. Ein politischer Wettersturz im Verhältnis zur islamischen Welt wird mit Sicherheit nicht ohne Folgen auf die Weltwirtschaft und die Entwicklung an den Aktienmärkten bleiben.

Sollten die Folgen der Ereignisse in New York und Washington indes überschaubar bleiben, dann dürfte es am Neuen Markt künftig eher seitwärts-aufwärts gehen. Einige Titel dieses Segments werden von den zu erwartenden Investitionen in zusätzliche Sicherheit sogar besonders profitieren. Das gilt etwa für die Anbieter von Sicherheits-Soft- und Hardware oder auch für Unternehmen, die Produkte anbieten, mit denen intelligente Zugangskontrollsysteme installiert werden können.

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