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Kommentar: Novartis und Roche Fusion liegt in weiter Ferne

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis wird zwar künftig bei seinem Konkurrenten und Nachbarn Roche einen Fuß in der Tür haben. Doch der Wechsel des 20-prozentigen Aktienpakets der Roche Holding vom Bankier Martin Ebner zu Novartis scheint spektakulärer, als er in Wirklichkeit ist. Denn halten die in einem Pool zusammengeschlossenen Gründerfamilien an ihren Roche-Aktien fest, ändert sich bei dem Konzern wenig.

Der Einstieg nährt am Finanzmarkt natürlich erneut das Gerücht, dass Novartis und Roche auf eine Fusion zusteuern. Dieses Gerücht hat zwar Charme, weil es zwei benachbarte Unternehmen sind, die gewiss einige Synergien im Pharmageschäft nutzen könnten. Doch ein Zusammenschluss ist nicht in Sicht: Wie es nach den gestrigen Äußerungen von Poolsprecher Fritz Gerber aussieht, dürften die Familien Hoffmann und Oeri auch künftig für die Unabhängigkeit von Roche sorgen. Zudem sollte berücksichtigt werden, dass das Aktienpaket nur einem Kapitalanteil von 3,7Prozent entspricht. Bei einer theoretischen Übernahme müsste Novartis noch einmal 80 Milliarden Schweizer Franken hinblättern. Zudem befanden sich die Roche - Titel zuletzt wieder im Aufwind.

Der Kauf der Roche-Anteile ist für Novartis zunächst nur eine finanzielle Investition - man wollte sich als Schweizer Unternehmen und als Pharmakonzern ein wertvolles Aktienpaket an einem Konkurrenten sichern. Allerdings kann aus dem Einstieg selbstverständlich mehr werden, wenn sich beide Konzerne stärker annähern und sich die Marschrichtung bei Roche einmal ändert.

Ob dies geschieht, wird zu einem erheblichen Teil von dem künftigen Erfolg des Roche-Managements und der Novartis-Führung abhängen. Die Konzerne dürften daher derzeit bei Übernahmen und Fusionen andere Prioritäten haben: Sowohl Roche als auch Novartis müssen ihre Präsenz auf dem US-Pharmamarkt ausbauen, um mit den Großen der Branche mitzuhalten.

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