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Kommentar: Optimist Greenspan

Diesmal hat sich Alan Greenspan selbst ein Bein gestellt. Der für seine Wortakrobatik bekannte Chef der amerikanischen Notenbank musste sich bei der Anhörung vor dem US-Kongress selbst korrigieren.

Diesmal hat sich Alan Greenspan selbst ein Bein gestellt. Der für seine Wortakrobatik bekannte Chef der amerikanischen Notenbank musste sich bei der Anhörung vor dem US-Kongress selbst korrigieren. Hatte Greenspan vor knapp zwei Wochen in San Francisco noch den düsteren Konjunkturpropheten gespielt, präsentierte er sich jetzt vor dem Haushaltsauschuss des Senats als Berufsoptimist. Die wirtschaftliche Talfahrt gehe dem Ende entgegen, es gebe deutliche Zeichen für einen nahenden Aufschwung, so die neueste Botschaft des mächtigsten Notenbankers der Welt.

Für die Amerikaner bedeutet das, die Serie der Zinssenkungen ist erst einmal vorbei. Eine erneute Lockerung der Geldpolitik in der kommenden Woche ist nach der Greenspan-Rede und den zuletzt positiven Konjunktursignalen eher unwahrscheinlich. Das ist gut so. Nach elf Zinssenkungen liegt der Leitzins mit 1,75 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Bevor weiter an der Zinsschraube gedreht wird, sollte der warme Geldregen für die Wirtschaft erst einmal seine Wirkung entfalten.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
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