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Kommentar: Schwerer Schlag für Neuen Markt

DÜSSELDORF. So genannte Pusher-Boards auf Online-Finanzseiten haben einen schlechten Ruf. Aktionäre würden dort nur ihre eigenen Wertpapiere hochloben, damit sie diese wiederum bei steigenden Kursen verkaufen können, lauten die Vorwürfe. Das ist viel zu kleinlich gedacht. Man kann mit solchen Einträgen sogar zum Vorstand aufsteigen - wie das Beispiel Metabox beweist. Das ist wohl die Antwort der New Economy auf die amerikanische Story "vom Tellerwäscher zum Millionär".

Entsprechend trumpfte Michael Heckeroth in seinem letzten Eintrag auf. "Wir haben das Projekt familienintern als Erfolg gewertet", schrieb er. Zum Staunen von vielen gefrusteten Kleinaktionären, von denen einige es mit Humor nahmen: "Er versucht ..... die Leute total für dumm zu verkaufen, insofern dürfte er für einen Vorstandsposten bei Metabox durchaus geeignet sein".

Doch es geht nicht nur um Metabox. Der Schaden, der mit der Heckeroth-Ernennung entsteht, ist viel größer. Schließlich kämpft das Segment für Wachstumswerte angesichts von Aktionärsklagen gegen den Intershop-Vorstand, Insider-Untersuchungen gegen die Kinowelt-Verantwortlichen und Auflösungsforderungen gegen Internet-Buchversender Mediantis um seine Glaubwürdigkeit. Ein Pusher in Aktienboards wird Vorstand - ein neuer schwerer Schlag für den Neuen Markt.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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