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Kommentar: Sonnenuntergang bei Gigabell

Am Tag der Sonnenfinsternis (11. August 1999) ging Gigabell an den an Neuen Markt, nun verdunkelt sich die Sonne für den Internet-Anbieter. Die Deutsche Börse hat das Unternehmen vom Kurszettel des Wachstumssegmentes ausgeschlossen, weil kein Quartalsbericht vorgelegt wurde. Die Entscheidung ist richtig. Der Pleite-Pionier am Neuen Markt bewies von Anfang an, dass kaufmännisches Rechnen nicht zu seinen Stärken zählen. Fünf Wochen nach der Erstnotierung gab das Unternehmen unter der Regie des Ex-Schlagersängers Daniel David die erste Gewinnwarnung. Das war für damalige Verhältnisse rekordverdächtig. Und auch der Kursabsturz sucht trotz der rasanten Niedergänge anderer Unternehmen seinesgleichen: Die Aktie, die mit 38 Euro erstmals notierte, rutschte von ehemals 138 Euro auf rund 30 Cent ab. Die Sonne wird wohl für Gigabell nie mehr scheinen.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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