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Kommentar: Sparkassen forcieren das Tempo

Die Bankenlandschaft befindet sich im Umbruch. Wer die galoppierenden Kosten nicht in den Griff bekommt, der kann schnell aus dem Markt katapultiert werden, weil die Kunden zu günstigeren Banken abwandern. Dies haben die Chefs der Großsparkassen schon lange erkannt. Viele notwendige Projekte sind nur auf ihren Druck hin zu Stande gekommen. So waren es beispielsweise die großen Häuser, die den Kauf des Onlinebrokers Pulsiv vorfinanziert haben. Und wenn die restlichen Sparkassen nicht mitgezogen hätten, dann hätte die so genannte "G 8" - eine Gruppe von acht Großsparkassen - ihr eigenes Projekt verwirklicht.

Doch trotz des Drucks der großen Institute dauert es in der dezentralen Sparkassenorganisation oft viel zu lange, bis einvernehmliche Lösungen erzielt werden. Diese Zeit werden die Institute in Zukunft nicht mehr haben, da der Fortschritt in der Bankenlandschaft immer schneller voran schreitet. Deshalb forcieren die Großsparkassen jetzt eigene Lösungsansätze, planen im großen Stil Kooperationen wie gemeinsame Bankfabriken für die Produktabwicklung.

Dabei bauen die Institute auf die Kompetenzen einzelner Häuser, was jedem einzelnen Geld und Zeit spart. So hat die Stadtsparkasse Köln ein beachtliches Know How im Geschäft mit Börsengängen oder die Kreissparkasse Köln mit ihrem Technologiezentrum. Werden die Ideen der Großsparkassen umgesetzt, profitieren davon letztlich alle Sparkassen. Sie erhalten die Möglichkeit für einen Know-How-Transfer von sparkassenspezifischen Lösungen - allerdings nur gegen Bezahlung. Zudem bleiben die kleinen Sparkassen bei der Entwicklung wohl außen vor.

Und welche Rolle bleibt den Sparkassenverbänden, allen voran dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Viele Sparkassenchefs trauen ihren Verbänden kaum noch zu, Probleme lösen zu können. Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, "der Markt erfordere mehr als die Verbände uns zur Verfügung stellen".

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