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Kommentar: Teuer bezahlter Erfolg

Daimler-Chrysler hat im Gegensatz zu seinen großen Rivalen Ford und General Motors die Erwartungen im dritten Quartal übertroffen. Der Grund: Die Sanierungsmaßnahmen beim größten Sorgenkind, der angeschlagenen US-Sparte Chrysler, greifen bisher besser, als den Aktionären im Februar in Aussicht gestellt worden war - jedenfalls auf der Kostenseite.

Doch trotz dieser Sanierungserfolge bewegt sich der deutsch-amerikanische Automobilkonzern noch in schwierigem Terrain. Die mittelfristigen Ertragsziele sind nach den Terroranschlägen vom September gefährdet. Eine ganze Reihe von Analysten erwartet, dass Chrysler im kommenden Jahr nicht, wie versprochen, in die Gewinnzone kommen wird.

Zwar brummt der im September nach den Terroranschlägen eingebrochene US-Markt für Personenwagen, Minivans und Freizeitfahrzeuge seit Oktober wieder. Doch die Hersteller zahlen einen hohen Preis für den Boom: wie die Konkurrenz bietet Chrysler zinslose Finanzierungen an, was die Erträge schmälert. Die Nummer drei auf dem US-Automarkt musste bei den Kaufanreizen zwangsläufig mitziehen, da sie schon eine ganze Weile Marktanteile verliert. Der japanische Hersteller Toyota ist längst dabei, Chrysler seine Position streitig zu machen.

Verzichten die großen US-Hersteller dagegen wieder auf die hohen Kaufanreize, müssen sie befürchten, dass die Nachfrage zurückgeht. Dies könnte die Sanierung von Chrysler deutlich gefährden.

Der jetzt vorgelegte Bericht zum dritten Quartal sagt zur Zukunft wenig. Er stellt zwar in Aussicht, dass Daimler-Chrysler für dieses Jahr seine im Feburar angekündigten "Meilensteine" erreichen wird. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Doch zur weitaus spannenderen Frage, wie es 2002 weitergeht, macht der Daimler-Vorstand keinerlei Aussage. Die Perspektiven bleiben unklar.

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