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Kommentar: Verborgene Kämpfe um teure Spiele

Dieter Stolte wirft die Brocken hin. Zuletzt hatte der ZDF-Intendant keine gute Presse mehr gehabt. So war Stolte unterstellt worden, er habe den umstrittenen Rechte-Handel mit der Kirchgruppe um jeden Preis durchboxen wollen. Heute, bei der Sitzung des Fernsehverwaltungsrates, teilte Stolte seinen Rückzugs-Entschluss mit. Persönliche Gründe führte Stolte an; nach 40 Jahren beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk wolle er Platz machen für einen Jüngeren und deshalb nicht mehr für eine fünfte Amtszeit kandidieren.

Im Gremium ging es am Freitag auch um den Kauf der Übertragungsrechte für die WM 2002; ein Ergebnis wurde nicht erzielt. Einen Zusammenhang zwischen dem umstrittenen Deal und Stoltes Beschluss gebe es indes nicht, verlautete aus Teilnehmerkreisen. Es handele sich um "rein persönliche Gründe". In "aller Unaufgeregtheit" habe der Verwaltungsrat sich über den Stand der Dinge informieren lassen. Der mündliche Bericht Stoltes sei "zustimmend zur Kenntnis" genommen worden. Es sei nur zu natürlich, dass es noch keinen abschließenden Beschluss gebe, schließlich liege ein abschließender Vertrag noch nicht vor.

Erstaunlich nur, dass zwei weitere TV-Verwaltungsgremium sich heute zu den Sportrechten zu Wort meldeten.

So ließ der SWR mitteilen, der Rundfunkrat habe dem Erwerb der Übertragungsrechte durch ARD und ZDF zugestimmt. Der NDR wiederum setzte einen anderen Akzent. Der NDR-Rundfunkrat habe sich ausführlich über den Erwerb der Übertragungsrechte informieren lassen, teilte der Sender mit. Von Zustimmung keine Rede. Grundsätzlich stimmte das Gremium einem Kauf zwar zu, aber offenbar nicht um jeden Preis. So warnte der Rundfunkrat: "Es gibt aber auch eine Zumutbarkeitsgrenze, sowohl beim Preis als auch bei den sonstigen Konditionen. Wir werden darauf achten, dass diese Grenzen eingehalten werden."

Gelassenheit lässt sich den Akteuren in den Rundfunkanstalten bei den Sportrechten gewiss nicht bescheinigen. Auch Dieter Stolte hat noch aufregende Monate vor sich. Seine vierte Amtszeit läuft noch bis Mitte März kommenden Jahres.

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