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Kommentar: Volksaktie ade!

HB DÜSSELDORF. Es ist aus. Die T-Aktie ist keine Volksaktie mehr. Die ganzseitigen Anzeigen, die die Telekom derzeit in den großen Tageszeitungen schaltet, sind ein letzter verzweifelter Versuch, den einstigen Status noch zu retten. Sie lesen sich wie der Brief an eine betrogene Ehefrau - Schatz, so lass es mich doch erklären. Ron Sommer wird kein Gehör finden.

Die T-Aktie sollte so etwas wie der VW-Golf unter den deutschen Standardwerten werden. Doch die Eigenschaften Zuverlässigkeit und Vertrauen treffen auf die Aktie nicht mehr zu. Zu einseitig wurde hinter den Kulissen im Sinne der großen Investoren gemauschelt.

Zuviel stand auf dem Spiel, als dass sich die Telekom auf das freie Spiel von Angebot und Nachfrage an der Börse verlassen konnte. Die Fusion mit Voicestream drohte zu scheitern. Der versprochenen Kurs von 33 Euro konnte nicht gehalten werden. Dennoch kam die Fusion zustande. Nun lichtet sich der Nebel.

Es scheint, als haben die Investmentbanken und der Telekom-Konzern den wichtigen Voicestream-Aktionären ein Hintertürchen für den Ausstieg vor dem Ablauf Halteperiode versprochen. Der Verkauf eines großen Aktienpaketes in der vergangenen Woche weist darauf hin, dass diese die Möglichkeit zu einem vorzeitigen Verkauf nun genutzt haben.

In einem komplizierten Manöver haben Banken und die Telekom gemeinsam dafür gesorgt, dass die Papiere heimlich am Markt platziert wurden. Die Privatanleger fühlen sich jetzt zu recht betrogen. Mit einer Verkaufswelle zu Ende der Haltefrist konnten sie rechnen, aber nicht mit einem derartigen Handstreich. All das passt nicht zu einer Volksaktie. Sie sollten die Entschuldigung von Ron Sommer nicht akzeptieren.

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