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Kommentar: Wahl eines Märtyrers

Heute finden in den Niederlanden Parlamentswahlen statt, und die Wähler strömen geradezu in die Wahllokale: Umfragen zufolge wollen diesmal 85% der wahlberechtigten Niederländer die Urnen aufsuchen, 1998 waren es 73,2 %. Ursache des hohen Wahlinteresses wird kaum ein gesteigertes Pflichtbewusstsein sein. Vielmehr dürfte die Ermordung des Rechtspopulisten Fortuyn die Bevölkerung emotionalisiert und damit mobilisiert haben. Was seiner Partei "Liste Pim Fortuyn" (LPF) erheblich in die Hände spielt: Die LPF könnte nach den Christdemokraten auf die zweite Stelle kommen und damit starken Einfluss auf das politische Geschehen nehmen. Fortuyns Ermordung hat ihn für die niederländische Bevölkerung zum Märtyrer werden lassen. Die Inhalte des Parteiprogramms seiner umstrittenen und rechtslastigen Partei spielen für die Wähler offenbar keine Rolle mehr. Und das ist sehr gefährlich für die Demokratie in den Niederlanden und in Europa.

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