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Kommentar: War da was?

War da was? Gab es da einmal für alle Spieler im weltweiten Musikgeschäft die Möglichkeit, den Markt für den digitalen Musikvertrieb zu entwickeln und aufzuteilen? Künstler und Einzelhändler müssen sich fühlen, als hätten sie nur geträumt oder als sei ein ICE mit 250 Kilometern in der Stunde an ihnen vorbeigerauscht. Microsoft versucht noch mit MSN Musik auf den fahrenden ICE aufzuspringen und droht abgeworfen zu werden.

Kaum ein Markt ist so schnell aufgeteilt worden wie der Markt für digitale Musik aus dem Internet. Treibende Kraft hinter der jüngsten Entwicklung ist Andreas Schmidt, CEO der Bertelsmann E Group. -Commerce Mit einer strategischen Meisterleistung hat er diesen Markt für sein Unternehmen erschlossen.

Zunächst hat er sich über die Partnerschaft mit Napster den Zugriff auf die zukünftigen Kunden und den Vertriebsweg Internet gesichert. Dass die Kollegen bei den Musiklabels gegen Napster zu Felde ziehen, kann ihm nur Recht sein. So braucht er sich um die Schmutzarbeit - die Austrocknung des freien Musiktauschs im Internet - nicht selbst zu kümmern.

Die Gründung von MusicNet war nun der nächste logische Schritt, der Bertelsmann den wichtigen Zugriff auf die Urheberrechte von EMI und AOL Time Warner verschafft. Damit ist der Sack zu. Wer zukünftig als Einzelhändler Musik über das Internet vertreiben will, wird an MusicNet und Duet, der Plattform von Vivendi-Universal und Sony, kaum vorbeikommen. Sie sind die Wächter des digitalen Schatzes und stehen kurz davor, ihr bisheriges Vertriebskonzept ins Internet zu retten.

Bislang ist nur dem US-Senat und einigen US-Künstlern diese für den Markt unheilvolle Konstellation aufgefallen. Während die EU-Behörden sich noch mit Preisabsprachen beim CD-Vertrieb befassen, diskutieren die US-Senatoren bereits die Zukunft der Online-Unterhaltung.

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