Kommentar: Werbung in eigener Sache

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Kommentar: Werbung in eigener Sache

Der deutsche Wahlkampf erreichte New York um 9.45 Uhr Eastern Standard Time. Genau zu diesem Zeitpunkt begann Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seiner Rede vor dem World Economic Forum.

Für den Kanzler war die Sache klar: Deutschland habe sich unter seiner Führung in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert. Das wolle er auch einer internationalen Zuhörerschaft - bitteschön - einmal mitteilen.

Die Ohren, die Schröder mit seiner Lobeshymne auf sich selbst aber erreichen wollte, das sind die Wähler in Deutschland. Daher war der Auftritt in der Tat nicht mehr und nicht weniger als eine etwas ungewöhnliche Wahlkampfveranstaltung, die ihm mit mundgerechten Fragen vereinfacht wurde.

Deutlicher zur Sache mag es da schon bei einem Mittagessen gegangen sein, als Schröder die Spitzen der deutschen Wirtschaft traf. Die werden ihm berichten, wie sich die Stimmung in Deutschland und international wirklich präsentiert. Die Unzufriedenheit, die Enttäuschung über das bestenfalls schleppende deutsche Reformtempo wird in New York deutlich formuliert. "Wir werden in der Welt inzwischen als der kranke Mann Europas angesehen", sagte ein Wirtschaftsführer - und fasst die Stimmung damit treffend zusammen.

Schröder mag solche Worte im Jahr der Wahl nicht hören wollen. Aber auch ihm muss klar sein: "Wenn er in der Geschichte einen Platz über den Tag hinaus haben will, dann muss er die Reformen anpacken. Schnell.

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