Kommentar
Worte an die Terroristen

Ein Minister verblüfft mit offenen Worten. Erst warnte US-Justizminister John Ashcroft offen vor möglicherweise unmittelbar bevorstehenden neuen Anschlägen in den USA. Prompt schließt das FBI einen Tag später den Luftraum über Atomkraftwerken.

Und Ashcroft bezieht Prügel von Kongressabgeordneten, die im vorwerfen, mit seinen Äußerungen die amerikanische Öffentlichkeit nur noch mehr zu verunsichern.

Tatsächlich zeigen die Warnungen von Ashcroft vor allem, wie schwer sich die USA im Krieg gegen einen unsichtbaren Feind im eigenen Land tun. Könnten die US-Behörden die Extremisten, die nun neue Attentate planen, problemlos dingfest machen, müsste Ashcroft nicht die Menschen mit seiner Warnung aufschrecken.

Doch Ashcroft wendet sich mit seinen Äußerungen in Wahrheit gar nicht an die amerikanische Öffentlichkeit, sondern an die möglichen Attentäter selbst. "Wir wissen was ihr vorhabt", will er ihnen sagen, "und sobald ihr auftaucht und einen Anschlag versucht, werden wir Euch schnappen." So hofft der Minister, die Terroristen von ihrer fanatischen Mission abbringen zu können - hoffentlich mit Erfolg.

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