Kommission soll bis Samstag eintreffen
UN lehnen Verschiebung von Dschenin-Mission ab

Die Vereinten Nationen haben die Forderung Israels nach einer Verschiebung ihrer Untersuchungsmission im Westjordanland abgelehnt. UN-Generalsekretär Kofi Annan wies am Dienstag in New York auch den israelischen Wunsch nach einer veränderten Zusammensetzung der Kommission zurück. Er wies deren Mitglieder an, bis Samstag in den Nahen Osten zu reisen.

WiWo/ap NEW YORK. Kommissionsleiter Martti Ahtisaari hatte schon am Dienstagmorgen erklärt, dass er bis zum Wochenende in der Konfliktregion eintreffen werde. Vorher will der ehemalige finnische Ministerpräsident in Genf mit den anderen Mitgliedern der Gruppe zusammenkommen.

Zum Abschluss einer zweistündigen Dringlichkeitssitzung verabschiedete der Weltsicherheitsrat eine Erklärung, in der Israel zur umfassenden Zusammenarbeit mit der UN-Kommission aufgefordert wird. Diese soll vor allem das Vorgehen israelischer Truppen im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin untersuchen. Während die Palästinenser Israel vorwerfen, dort ein Massaker verübt zu haben, spricht Israel von einem regulären Militäreinsatz.

Während der Beratungen des Sicherheitsrates sprach UN-Generalsekretär Kofi Annan mit dem israelischen UN-Botschafter Yehuda Lancry. Dabei lehnte Annan nach Angaben eines UN-Sprechers die Forderung nach Änderungen in der Besetzung der Kommission ab. Möglicherweise könnten aber noch zusätzliche Fachleute hinzugezogen werden, sagte der UN-Sprecher.

Israel will, dass der Kommission vor allem Militär- und Terrorismusexperten angehören. Außerdem soll es Einwände gegen den ehemaligen Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Cornelio Sommaruga, geben. Schließlich will Israel die Arbeit der Kommission auf Dschenin beschränken. Ahtisaari erklärte jedoch, dass auch eine Unterredung mit dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat erwogen werde - dies würde aber eine Reise nach Ramallah bedeuten, wo Arafat von israelischen Truppen belagert wird.

Dort sorgte am Dienstag eine schwere Explosion für Unruhe. Nach Angaben der israelischen Armee handelte es sich um die kontrollierte Zündung von Granaten, die im Amtssitz Arafats sichergestellt wurden. Die Palästinenser warfen den Truppen hingegen vor, sie hätten eine Mauer gesprengt, um einfacher in die innersten Räume des Amtssitzes vordringen zu können. Im Gazastreifen wurden am Dienstagabend drei Palästinenser erschossen, die nach israelischen Angaben versuchten, in die jüdische Siedlung Netzarim einzudringen.

In Bethlehem vereinbarten die beiden Konfliktparteien bei ihren ersten Verhandlungen über den Nervenkrieg um die Geburtskirche, dass vier kranke Personen das seit Anfang des Monats von Truppen umstellte Kirchengebäude verlassen dürfen. Ob es sich dabei um palästinensische Kämpfer, Zivilisten oder Geistliche handelt, war zunächst nicht bekannt. Der palästinensische Abgeordnete Salah Taameri, der an den Verhandlungen teilnahme, sprach von einem konstruktiven Treffen, auch wenn noch kein Abkommen zur Lösung des Konflikts erreicht worden sei.

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