Kommunen und Abfallverbände kämpfen mit dem Abfall
Müllberge und kein Ende

Die Flut hat in Sachsen unbarmherzig zugeschlagen. Auf den Straßen türmen sich die Abfallberge, Städte, Landkreise und Abfallverbände müssen nun sehen, wie sie den gewaltigen Mengen Herr werden.

ddp DRADEN. Die Flut nahm Keller, Wohnungen, ganze Häuser in Besitz und hinterließ den Menschen Schlamm, verwüstete Räume und unbrauchbare Hausgeräte. Zahlreiche Bewohner in den Hochwassergebieten mussten sich von ihrer gesamten Einrichtung trennen, von den Möbeln über Teppiche und Gardinen bis hin zur Tapete.

"In Zeiten der Katastrophe müssen einfache Lösungen Vorrang haben", hatte Umweltminister Steffen Flath (CDU) Anfang der Woche erklärt. Die Sortierung des Mülls zu verlangen, wäre wahrlich auch zu vermessen. "Was sich nicht mehr trennen lässt, kann dennoch auf die Deponien", ordnete der Minister an.

Allein im Muldentalkreis kamen durch die Naturkatastrophe bis Dienstag 7000 Tonnen Müll zusammen, rechnet Jens Meissner am Mittwoch vor, der im Landratsamt für die Abfallwirtschaft zuständig ist. Ansonsten fallen im Kreis im ganzen Jahr rund 17 000 Tonnen an. Völlig kostenlos kann die Bevölkerung ihr zerstörtes Hab und Gut entsorgen, indem sie es am Straßenrand deponiert. Schon wegen des Gestanks werden die Überreste der Überschwemmung schnell und unbürokratisch abgeholt. In Grimma sei der Abfall inzwischen schon zum großen Teil weg, sagt Meissner.

"Der Müll nimmt ungeahnte Ausmaße an", gibt auch Astrid Linke, Pressesprecherin des Landratsamtes in Pirna, zu. Allmählich hat sich das Hochwasser aus den gefluteten Gebieten der Sächsischen Schweiz zurückgezogen. Allerdings stehen immer nach wie vor viele Keller unter Wasser. "Da wird noch einiges mehr zum Vorschein kommen", sagt Linke.

Konkrete Zahlen, wie viel Hochwassermüll inzwischen auf den Deponien abgeladen wurde, liegen bislang noch nicht vor, sagt die Pressesprecherin des Zweckverbandes Abfallwirtschaft "Oberes Elbtal" (ZAOE), Ilka Knigge. Auch wer die Entsorgung letztlich bezahlt, sei derzeit noch offen. Der ankommende Müll werde zunächst zu Lasten der Landkreise gebucht. Nach einer "finanztechnischen Lösung" muss später gesucht werden.

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