Kommunikationsprobleme an der Aktienbörse
Deutsche Börse verteidigt Regelwerk des Neuen Marktes

Reuters FRANKFURT. Für den Vertrauensverlust von Anlegern am Neuen Markt sind nach Ansicht der Deutschen Börse AG unter anderem Kommunikationsprobleme der Unternehmen mit dem Kapitalmarkt verantwortlich. "Das Hauptproblem sind zu viele optimistische Prognosen", sagte Börsenvorstandsmitglied Volker Potthoff am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei Aufgabe der Unternehmen selbst, plausible Prognosen zu machen. "Das ist kein Problem des Regelwerks", fügte er hinzu. "Wir sollten in Europa nicht so weit gehen wie an der Nasdaq." In den USA sind die rechtlichen Restriktionen für die Veröffentlichung von Prognosen von Unternehmen vor dem Börsenlisting deutlich enger. Das Vertrauen der Anleger in den Neuen Markt hat nach Einschätzung von Händlern zuletzt durch die drastische Korrektur von Umsatz- und Gewinnprognosen Schaden genommen.

Das Anfang Januar teils in Kraft getretene neue Regelwerk der Börse könne dazu beitragen, die vorhandenen Probleme künftig zu verhindern, sagte Potthoff. Das neue Regelwerk sehe unter anderem vor, dass die Deutsche Börse alle Sanktionen veröffentliche, die sie bei Regelwerkverstößen gegen Unternehmen verhänge, sagte Potthoff. Ein wirksames Sanktionsinstrument habe die Börse zudem mit der Haftung bei falschen Angaben im Emissionsprospekt (Prospekthaftung) in der Hand. Die Deutsche Börse hatte im Dezember angekündigt, dass ab dem 1. März eine Meldepflicht beim Kauf und Verkauf von Unternehmensaktien durch am Wachstumssegment gelistete Firmen, deren Vorstand oder Aufsichtsrat in Kraft trete. Darüber hinaus sollten ab Januar die Quartalsberichte stärker standardisiert werden. Ab diesem Termin werde die Deutsche Börse alle Sanktionen gegen Unternehmen veröffentlichen, hieß es damals. Die Erweiterung des Regelwerks solle die Transparenz im Neuen Markt verbessern.

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