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Kommunisten gewinnen offenbar Wahlen in Zypern

Aus den Parlamentswahlen auf der Mittelmeerinsel Zypern sind die Kommunisten offenbar als Sieger hervorgegangen.

rtr NIKOSIA. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag die kommunistische AKEL-Partei am Montag mit 35,7 % der Stimmen vor der rechtsgerichteten Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy), die 33,7 % erreichte. Disy gratulierte AKEL zum Wahlsieg. Beide Parteien streben einen Beitritt der Insel zur Europäischen Union (EU) an. Da Zypern eine Präsidial-Demokratie ist, ist die Regierung von Präsident Glafkos Klerides vom Ausgang der Wahl nicht betroffen.

Rund 460 000 griechische Zyprer im südlichen Teil der geteilten Insel waren zur Wahl aufgerufen. In Zypern herrscht Wahlpflicht. Nach offiziellen Angaben kamen 9,5 % der Wähler dieser nicht nach. Es galt als wahrscheinlich, dass alle acht bei der Wahl angetretenen Parteien die 1,8-Prozenthürde überspringen und in das Parlament einziehen werden. Bislang stellte Disy 20 und AKEL 19 der 56 Abgeordneten. Nach der Wahl von Sonntag wird sich die Zahl ihrer Sitze vermutlich genau umkehren.

Die Abstimmung galt als Test für die Präsidentenwahl 2003. Disy ist die wichtigste Machtstütze der Mitte-Rechts-Regierung Klerides'. Die Kommunisten haben bislang noch nie einen Kandidaten für das Präsidentenamt aufgestellt. Sie hatten in den vergangenen Jahren die von der Regierung betriebene Steuerpolitik und die Privatisierung staatlicher Unternehmen kritisiert.

AKEL-Anhänger feierten bereits vor Auszählung auch nur der Hälfte der Stimmen auf den Straßen der Hauptstadt Nikosia den Wahlsieg der Kommunisten. AKEL-Generalsekreär Dimitris Christofias sprach sich in der Wahlnacht für eine Annäherung an den türkischen Nordteil der Insel aus, deren Bewohner Christofias "Landsleute" nannte. "Dieses Erbebnis erhöht unsere Verantwortung in den Anstrengungen, unser Land und unser Volk, griechische und türkische Zyprioten, wiederzuvereinigen", sagte Christofias.

Zypern ist seit der türkischen Invasion 1974 geteilt. Die im Norden von der Türkei errichtete Republik wird jedoch von der Staatengemeinschaft nicht anerkannt. Deshalb verhandelt die Regierung in Nikosia für ganz Zypern mit der EU. Dies ist von der Türkei kritisiert worden. Ziel von Gesprächen mit den Vereinten Nationen (UNO) ist die Bildung einer zyprischen Föderation mit zwei politischen Einheiten für die türkischen und die griechischen Zyprer.

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