Kompensation für Probleme im Charter-Sektor
Eurowings entscheidet bald über Billigflüge

Die Regional-Fluggesellschaft Eurowings will bis Anfang August über einen Einstieg ins Billigflug-Geschäft entscheiden. Die Lufthansa, die an dem Unternehmen beteiligt ist und selbst zunehmend mit der Konkurrenz im Billigflug-Geschäft zu kämpfen hat, kommentierte die Pläne nicht.

rtr FRANKFURT. "Es sind eher die Chancen und die Opportunitäten (eines Einstiegs ins Billigflug-Geschäft) als die Risiken, die wir derzeit beleuchten", sagte Eurowings-Chef Friedrich-Wilhelm Weitholz am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Spätestens Anfang August werde es eine Entscheidung geben. Bis dahin wolle das Unternehmen auch andere Geschäftsvarianten prüfen. Ein Lufthansa-Sprecher sagte dazu: "Wir stehen weiter zu unserer alten Aussage, dass wir nicht in dieses Segment einsteigen".

Kompensation für Probleme im Charter-Sektor

Eurowings leide unter Stornierungen im Charter-Geschäft, verfüge zugleich aber über eine moderne Flotte von fünf Airbus A 319, die bei Billigflügen zum Einsatz kommen könnten, sagte Weitholz. Der Airbus bietet rund 140 Passagieren Platz und entspricht von der Kapazität in etwa der Boeing 737, die Billigflug-Gesellschaften wie die irische Ryanair benutzen. Sollte Eurowings Billigflüge anbieten, dann von Nordrhein-Westfalen aus, sagte Weitholz. Startflughafen und Zeitplan seien aber noch unklar und hingen von den weiteren Entscheidungen ab. Was Ziele angehe, liege Europa natürlich sehr nahe. Klar sei auch: "Wenn wir so etwas machen, dann nur mit den gleichen hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards wie bisher", betonte Weitholz. Das deutsche Wort "Billigflieger" erscheine ihm nicht treffend, er bevorzuge den englischen Begriff vom "No-Frills-Carrier", der Fluglinie ohne Zierrat.

Mit der Lufthansa, die bereits 24,9 % an Eurowings hält und weitere Optionen besitzt, habe das Unternehmen noch nicht über die Pläne gesprochen. "Eurowings denkt zurzeit ganz allein vor sich hin", betonte Weitholz. Sollte Eurowings sich für das Billigflug-Geschäft entscheiden, werde die Lufthansa darüber informiert.

Lufthansa-Sprecher Thomas Ellerbeck sagte, es sei nicht Aufgabe der Lufthansa, Überlegungen von Eurowings zu kommentieren. Eurowings sei eine eigenständige Gesellschaft. Angesichts der Lage auf dem Touristikmarkt sei es normal, dass sich das Unternehmen Gedanken über zusätzliche Optionen mache. Die Kranich-Linie plane jedoch weiterhin nicht, selbst in den Billigflug-Markt einzusteigen. "Die Lufthansa ist ein Qualitätscarrier und wird das auch bleiben", ergänzte Ellerbeck.

In den vergangenen Monaten haben immer mehr Billigflug-Anbieter Deutschland als Markt entdeckt und damit auch die Lufthansa unter Druck gesetzt. Zuletzt gab der Touristikkonzern TUI bekannt, er erwäge den Einstieg in das Segment. Zuvor hatte bereits die irische Ryanair ihr Angebot in Deutschland stark ausgeweitet. Die britische Billigfluglinie Easyjet sicherte sich außerdem die Option, die Deutsche BA zu übernehmen. Daneben bieten auch die deutsche Germania und die KLM-Tochter Buzz Billigflüge an.

Eurowings verfügt derzeit über eine Flotte von 52 Flugzeugen. Das Dortmunder Unternehmen transportiert damit pro Jahr rund 3,5 Mill. Passagiere, davon etwa 800 000 Fluggäste mit Charter-Flügen, zu 71 Zielen in Europa. Im vergangenen Jahr flog Eurowings einen operativen Verlust von einer Million Euro bei einem Umsatz von 460 Mill. ? ein. Im Mai hatte das Unternehmen noch erklärt, es wolle sich auf das Regionalflugsegment konzentrieren.

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