Komplettanbieter von integrierten Telematik- und Zahlungssystemen
Init AG hält am Börsengang fest

Trotz der Verschiebung zahlreicher Börsengange will der Karlsruher Anbieter von Telematik- und Zahlungssystemen für Busse und Bahnen am 24. Juli an den Neuen Markt gehen. Init braucht die Emissionserlöse zur Wachstumsfinanzierung. Die bis zu 2,5 Millionen Init-Aktien können voraussichtlich vom 17. bis zum 19. Juli gezeichnet werden.

Reuters FRANKFURT. "Qualität lässt sich auch in einem schwierigen Marktumfeld platzieren", sagte Vorstandschef Gottfried Greschner. Init wolle nicht auf seine Wachstumschancen verzichten. "Der Börsengang wird sicherlich nicht leicht, aber wir sind der festen Überzeugung, dass wir unsere Aktien platzieren können". Init biete seine Aktien zu einem sehr niedrigen Preis an, um in der aktuellen Marktsituation Zeichnungsanreize zu bieten. Wie aus der Emissionsstudie der konsortialführenden Consors Capital Bank hervorgeht, ist die Aktie mit 5,60 bis 7,60 ? fair bewertet.

Greschner sagte, Init wolle mit dem Erlös aus dem Börsengang vor allem das weitere interne Wachstum finanzieren. 60 % des frischen Kapitals seien dafür vorgesehen. Weitere 35 % wolle das profitable Unternehmen für Akquisitionen und Kooperationen verwenden. Die restlichen fünf Prozent investiere Init in die Steigerung ihres Bekanntheitsgrades.

Das Geschäft von Init laufe sehr gut. Zum 31. Mai habe Init, deren Name für "Innovation in traffic systems" steht, über einen Auftragsbestand von 80 Mill. DM verfügt. Finanzvorstand Bernhard Smolka sagte, das Unternehmen habe damit seine Planungen für 2001 erreicht und bereits 40 % des Umsatzes für 2002 gesichert.

Eigenkapital reicht für weiteres Wachstum nicht aus

Für das weitere Wachstum reiche das Eigenkapital von Init aber nicht aus. "Wenn wir unser Wachstum beschleunigen wollen, brauchen wir die nötige Kapitalausstattung", sagte Greschner. Diese sei auch notwendig, um Großkunden zu bedienen. So nehme das Unternehmen derzeit an einer Ausschreibung im US-Staat New York über die Ausstattung von Bussen mit Telematiksystemen mit einem Auftragsvolumen von acht Mill. Dollar teil. Um daran überhaupt teilnehmen zu können, sei eine hohe Bürgschaft erforderlich, erläuterte Smolka. "Unser Geschäft ist sehr stark von Bürgschaften geprägt", sagte Greschner. Smolka zufolge befindet sich Init derzeit in den USA in drei Ausschreibungen mit einem Auftragsvolumen von 15 Mill. Dollar. Greschner sagte, insbesondere aus den USA komme aufgrund des dortigen vergleichsweise niedrigen Ausrüstungsniveaus eine starke Nachfrage nach Telematiksystemen.

Die Init AG entstand 1983 aus dem Forschungsprojekt "bedarfsgesteuerter Busverkehr" der Universität Karlsruhe. Im Geschäftsfeld Telematiksoftware und Services, der ein Drittel zum Umsatz beitrage, biete Init Softwaresysteme für Busse und Bahnen zur Betriebsvorbereitung,- durchführung und-analyse an und unterstütze die Unternehmen bei der Planung, Einführung und dem Vertrieb der Systeme, sagte Greschner. Im Bereich Mobile Telematik- und Zahlungssysteme, der zwei Drittel zum Umsatz besteuere, biete der Börsenkandidat Hard- und Softwarekomponenten für die Steuerung von IT-Einrichtungen in Bussen und Bahnen sowie für das Ticketing an. Smolka zufolge wird die Umsatzverteilung tendenziell so bleiben. Zu den Kunden zählten private und öffentliche Verkehrsbetriebe. Alleine in Deutschland seien bisher fast 70 Verkehrsbetriebe mit einzelnen Produkten oder ganzen Systemen ausgerüstet worden.

Greschner zufolge ist Init der einzige Komplettanbieter eines integrierten Telematik- und Zahlungssystems. Vergleichbare am Neuen Markt gelistete Unternehmen wie IVU Traffic Technologies und Höft & Wessel seien nur kleinere Wettbewerber, mit denen es keine Überschneidungen gebe.

Init sei derzeit mit vier Niederlassungen in Deutschland und einer in den USA vertreten, sagte der Vorstandschef. Ab 2002 wolle die Gesellschaft Niederlassungen in Schweden, Großbritannien und der Iberischen Halbinsel eröffnen. Der Umsatzanteil aus dem Ausland solle bis 2004 auf 30 % von derzeit 15 % ansteigen. Sollte sich die positive Entwicklung in den USA fortsetzen, könne dies aber schneller gehen, sagte Greschner. Die Zahl der Mitarbeiter solle sich von derzeit 182 auf 328 im Jahr 2004 erhöhen.

Im Geschäftsjahr 2000 hat Init einen Umsatz von 22,9 Mill. ? bei einem operativen Ergebnis (Ebit) von 2,1 Mill. ? erzielt. Bis 2004 solle der Umsatz auf 76 Mill. ? und das Ebit auf 13,3 Mill. ? anwachsen. Smolka sagte, die Planungen seien "sehr konservativ" und die Möglichkeiten, die sich aus dem Börsengang ergäben, noch nicht berücksichtigt. Die bis zu 2,5 Millionen Init-Aktien können voraussichtlich vom 17. bis zum 19. Juli gezeichnet werden.

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