Komplette Sparte an US-Firma verkauft
Varta stößt Gerätebatterien ab

Der Batteriehersteller Varta hat seinen Unternehmensbereich Gerätebatterien an die US-Firma Rayovac verkauft. Nach Bekanntgabe der Trennung wurde innerhalb des hannoverschen Traditionskonzerns am Montag auch der Verkauf weiterer Sparten und damit langfristig ein Ende der Eigenständigkeit nicht mehr ausgeschlossen.

Reuters HANNOVER/ FRANKFURT. Die Rayovac Corporation werde alle Tochtergesellschaften des Bereiches außerhalb Deutschlands vollständig übernehmen, teilte die Varta AG am Montag mit. Zudem werde die US-Firma mit 51 Prozent die Mehrheit am Gerätebatteriegeschäft in Deutschland kontrollieren. Insgesamt wechseln nach Varta-Angaben von den konzernweit 7700 Beschäftigten 2900 unter die Obhut des US-Konzerns, davon 1100 an den deutschen Standorten Ellwangen und Dischingen in Baden-Württemberg. Der Zusammenschluss solle im Herbst 2002 abgeschlossen sein, das Volumen der Transaktion betrage 262 Millionen Euro.

Ausgenommen von der Transaktion sind das Joint-Venture von Varta in Brasilien und der Unternehmensbereich Microbatterien. Der Abschluss stehe noch unter dem Finanzierungsvorbehalt seitens Rayovac sowie der Zustimmung des Aufsichtsrats und der Aktionäre von Varta. Die Deutsche-Bank-Tochter DB Investor, seit Ende 2000 mit 92 Prozent Mehrheitsaktionär von Varta, trage das Vorhaben aber mit, hieß es.

"Mit Rayovac haben wir den richtigen Partner für unseren Unternehmensbereich Gerätebatterien gefunden", teilte Varta-Vorstandschef Georg Prilhofer mit. Das Unternehmen sei in den USA Marktführer bei wieder aufladbaren Batterien und Weltmarktführer bei Hörgerätebatterien. 2001 habe Rayovac einen Umsatz von 610 Millionen Dollar erzielt. Nach Abschluss der Transaktion zähle Rayovac zu den weltweit größten Gerätebatterieherstellern und werde in Deutschland Marktführer.

Betriebsrat erwartet vorerst keinen Stellenabbau

Der Betriebsrat der Gerätebatterie-Sparte im baden-württembergischen Ellwangen geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze auch unter dem neuen Eigner erhalten bleibe. Rayovac und Varta seien weltweit auf unterschiedlichen Märkten präsent und würden sich deshalb gut ergänzen.

Der Unternehmensbereich Gerätebatterien erzielte 2001 einen Umsatz von 398 Millionen Euro und machte rund 34 Prozent am Gesamtumsatz der Varta AG aus. Im Sektor Microbatterien verzeichnete Varta im vorigen Jahr gut 150 Millionen Umsatz mit bislang neun Prozent Zuwachs in den ersten fünf Monaten dieses Jahres. Hauptsektor ist der Bereich Autobatterien mit 590 Millionen Euro Umsatz in 2001. Doch auch hier verhandelt Varta seit Monaten über Partnerschaften in Nordamerika und Asien.

Keine Dogmen bei der Partnerwahl

Varta-Chef Prilhofer hatte im April erklärt, die Konzentration im Einzelhandel und der Nachfragedruck einer global aufgestellten Automobilindustrie machten es nötig, dass Varta sowohl bei Gerätebatterien als auch bei Autobatterien mit Hilfe von Partnern regionale Lücken in den USA und Fernost schließe. Allerdings war bislang mehr von Kooperationen, weniger vom Verkauf ganzer Sparten die Rede. Es werde weiter Ausschau nach einem Partner für die Sparte Autobatterien gesucht, sagte ein Varta-Sprecher.

"Es gibt keine Dogmen", hatte Prilhofer bereits im April betont. Das gelte auch weiterhin, hieß es am Montag im Varta-Management. Bei der Suche nach einer Kooperation müsse sich Varta auf dem Weltmarkt im Zweifel der Größe und Stärke eines geeigneten Partners unterordnen. Dies könne natürlich auch bei den Autobatterien der Fall sein. Die wenig gehandelte Varta-Aktie legte am Montag um 0,4 Prozent auf 14,05 Euro zu.

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