Komplizierte Regelungen in den Nachbarstaaten
Veräußerungsgewinne in anderen Länder

Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren und vermieteten Immobilien sollen in Deutschland künftig pauschal mit 15 Prozent besteuert werden.

dpa/HB HAMBURG. Mit diesem Vorschlag haben Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesfinanzminister Hans Eichel am Montag bisherige Pläne der rot-grünen Koalition wesentlich entschärft. Was hier zu Lande auf heftige Kritik aus der Wirtschaft stößt, gibt es in anderen Ländern schon längst:

- In den USA beträgt der Steuersatz auf Gewinne beim Verkauf von Wertpapieren, die länger als ein Jahr gehalten werden, 20 Prozent. Niedrigverdiener zahlen zehn Prozent; wenn sie die Wertpapiere länger als fünf Jahre halten, nur acht Prozent. Beim Verkauf von Wertpapieren, die ein Steuerzahler weniger als ein Jahr gehalten hat, wird der Gewinn mit dem individuellen Einkommensteuersatz besteuert. Verluste beim Wertpapierverkauf können in jedem Steuerjahr gegen entsprechende Gewinne aufgerechnet werden. Der Verkauf von Immobilien, die mindestens zwei Jahre selbst bewohnt wurden, ist steuerfrei. Veräußerungsgewinne aus abschreibbaren Miet- Immobilienbesitz werden mit bis zu 25 Prozent besteuert.

In GROSSBRITANNIEN müssen Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, Fondsanteilen und Immobilien ebenfalls versteuert werden. Die Höhe der Besteuerung hängt nach Angaben einer Sprecherin des zentralen Steueramtes von allerlei Bedingungen ab und kann stark variieren.

In FRANKREICH werden die Gewinne aus Aktienverkäufen mit 26 Prozent besteuert. Davon entfallen 10 Prozent auf die Einkommensteuer und 16 Prozent dienen als Solidarbeitrag zur Abdeckung der Defizite in der Sozialversicherung. Wer einen Aktiensparplan über fünf Jahre abschließt, reduziert den Prozentsatz. Für die Einlagebeträge gilt eine maximale Obergrenze von 120 000 Euro. Äußerst kompliziert wird es bei der Besteuerung der Gewinne aus Immobilienkäufen. Bei selbst genutzten Immobilien bleiben die Erträge steuerfrei. Bei vermieteten Objekten bewegten sich die Steuersätze zwischen 5 und 20 Prozent, je nach Geschick des Steuerpflichtigen, sagen französische Steuerexperten.

In ÖSTERREICH wird der Gewinn aus Wertpapierspekulationen nach dem Normalsteuertarif veranlagt, wenn das betreffende Papier innerhalb von zwölf Monaten wieder verkauft wird. Entsprechend werden Aktienverluste in gewissen Ausmaß als steuermindernd anerkannt. Ist die Aktie länger als ein Jahr im Besitz, fällt auf den Kursgewinn - wie bislang in Deutschland - bei ihrem Verkauf keine zusätzliche Steuer an. Ähnlich ist die Regelung in der SCHWEIZ, wo Kapitalgewinne aus der Anlage in Wertpapieren für Privatanleger immer dann steuerfrei sind, wenn die Papiere länger als ein Jahr gehalten wurden.

In GRIECHENLAND werden Gewinne aus Wertpapierverkäufen überhaupt nicht besteuert. Bei Veräußerungen von Immobilien entfallen 12,5 Prozent auf die Gewinne.

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