Komponentenfertigung soll an Zulieferer gehen
Motorenwerk Kaiserslautern steht ganz oben auf der Verkaufsliste von Opel

Dem Opel-Werk Kaiserslautern droht in Teilen der Verkauf. Opel würde damit auch die komplette unternehmerische Führung abgeben. Das verlautete am Montag aus Unternehmenskreisen. Das Motorenwerk in der Pfalz mit seinen mehr als 4 000 Beschäftigten steht danach ganz oben auf der Verkaufsliste von Opel-Vorstandschef Carl-Peter Forster.

zel DÜSSELDORF. Als mögliche Käufer einzelner Werksbereiche kommen in Kaiserslautern mehrere Zulieferer in Frage. Im Rahmen des Sanierungsprogramms "Olympia" hatte Forster vor zwei Wochen auch Einschnitte in der Motoren- und Komponentenfertigung angekündigt. Mit jährlich gefertigten 300 000 Motoren ist Kaiserslautern der wichtigste Aggregate-Stützpunkt für die deutsche Tochtergesellschaft des US-Automobilkonzerns General Motors (GM).

"Wenn die Forster-Pläne komplett umgesetzt werden, wird Opel in Kaiserslautern künftig nichts mehr zu sagen haben", hieß es aus Kreisen des Opel-Betriebsrates. Außer Kaiserslautern steht auch die Komponentenfertigung im Werk Bochum ganz weit oben auf der Streichliste der GM-Tochter. Im Ruhrgebiet plant Opel den Verkauf der Achsfertigung mit etwa 700 Beschäftigten. Als möglicher Käufer ist die Zuliefersparte des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp im Gespräch. Die Aufgabe der Fahrzeugproduktion steht in Bochum jedoch nicht zur Diskussion. Dort werden der Astra und der Minivan Zafira gefertigt.

Streit um Joint Ventures

Wegen der möglichen Verkäufe in Kaiserslautern und in Bochum droht Opel-Chef Forster eine Auseinandersetzung mit der Arbeitnehmerbank. "Wir wollen nicht, dass alles komplett abgegeben wird", sagte dazu am Montag ein Sprecher der IG Metall. Betriebsräte und Gewerkschaft wollen statt dessen darauf drängen, dass Opel mit einzelnen Zulieferern lediglich Joint Ventures für die betroffenen Werksteile von Kaiserslautern und Bochum eingeht. Die GM-Tochter behalte dadurch mehr Einfluss auf diese Bereiche.

Europaweit steht die komplette Opel-GM-Organisation vor weit reichenden Einschnitten. Opel-Chef Forster hat in der Pkw-Fertigung die Streichung von 15 % der Kapazitäten (etwa 350 000 Autos im Jahr) angekündigt. Von den Einschnitten ist auch die schwedische General-Motors-Tochter Saab betroffen.

Gleichzeitig will der frühere BMW-Produktionsvorstand die Ertragslage der GM-Tochter bis zum Jahr 2003 um 2 Mrd. Euro verbessern und wieder die Gewinnzone erreichen. Im vergangenen Jahr bilanzierte Opel einen Verlust von fast 450 Mill. Euro, in diesem Jahr werden es voraussichtlich mindestens 250 Mill. Euro sein. Seit Mitte der 90er-Jahre geht der Absatz der Opel-Modelle überall in Europa zurück. Besonders stark ist der Rückgang in Deutschland.

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