Kompromissangebot zur Bildung einer neuen Bundesregierung
Kostunica wirbt in Montenegro um Unterstützung

Der neue jugoslawische Staatspräsident Vojislav Kostunica hat am Dienstag in Montenegro um Unterstützung für den Aufbau eines neuen gemeinsamen Staates geworben. In der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica traf er mit Präsident Milo Djukanovic zusammen.

ap BELGRAD. Der neue jugoslawische Staatspräsident Vojislav Kostunica hat am Dienstag in Montenegro um Unterstützung für den Aufbau eines neuen gemeinsamen Staates geworben. In der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica traf er mit Präsident Milo Djukanovic zusammen, der die Wahlen vom 24. September als ungültig betrachtet und Kostunica bisher nicht anerkennt. Montenegro bildet zusammen mit dem größeren Serbien die Bundesrepublik Jugoslawien, strebt aber die Unabhängigkeit an.

Kostunica kündigte an, er wolle Djukanovics Koalition einen Kompromiss zur Bildung einer neuen Bundesregierung vorschlagen. Demnach solle dessen Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) am jugoslawischen Kabinett beteiligt werden. Im Gegenzug solle die DPS zulassen, dass das Amt des jugoslawischen Regierungschefs an die montenegrinischen Sozialistische Volkspartei (SNP) geht, die dem entmachteten Staatschef Slobodan Milosevic nahe stehen.

Die jugoslawische Verfassung schreibt vor, dass der Ministerpräsident aus Montenegro kommen muss, da Kostunica Serbe ist. Für eine Mehrheit im Bundesparlament braucht der Staatspräsident die Unterstützung der SNP. Die DPS hatte die Parlamentswahl am 24. September boykottiert.

Am Montag hatte sich die Serbische Sozialistische Partei (SPS) Milosevics mit der Opposition auf die Bildung einer Übergangsregierung in Serbien verständigt, wo am 23. Dezember eine Neuwahl ansteht. Demnach stellt die SPS weiter den Ministerpräsidenten, jedoch kann dieser Entscheidungen nur im Einvernehmen mit zwei Stellvertretern treffen, von denen einer die Opposition vertritt.



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