Konflikt mit umstrittener Investorengruppe eskaliert
Commerzbank geht gegen Cobra in Stellung

hjk/nw FRANKFURT/M. Der seit einem Jahr schwelende Streit zwischen der Commerzbank und der Investorengruppe Cobra steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen warf Cobra erstmals öffentlich vor, den Interessen der Mehrheit der Aktionäre zu schaden und für den Verfall des Aktienkurses verantwortlich zu sein. Der Kurs der Commerzbank-Aktie stieg daraufhin in einem schwachen Markt um über 2 % auf knapp 29,6 Euro.

FRANKFURT. Die Cobra Beteiligungs-GmbH hatte im Frühjahr 2000 erklärt, knapp 17 % der Commerzbank-Aktien zu kontrollieren. Ziel der Gruppe war es, die Aktien rasch mit hohem Gewinn zu verkaufen. Die Rechnung ging nicht auf, der Aktienkurs brach ein. Im Juli 2000 untersagte das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen Cobra sogar die Ausübung der Stimmrechte. Heute hält Cobra noch 9,98 % der Anteile.

Der Streit zwischen Cobra und der Commerzbank eskalierte im Winter, weil die Investorengruppe die Rechtmäßigkeit mehrerer Kapitalerhöhungen in Zweifel zog, die im September unter Ausschluss der Bezugsrechte der Altaktionäre durchgezogen wurden. Damals ging es vor allem darum, die Beteiligung des italienischen Versicherungsriesen Generali zu erhöhen, wodurch zugleich das Cobra-Paket verwässert wurde. Auf der Hauptversammlung (HV) am 25. Mai, die vorsorglich auf zwei Tage verlängert wurde, wird es nun zur direkten Konfrontation kommen.

Müller glaubt, dass Cobra-Anträge abgeschmettert werden

Kohlhaussens designierter Nachfolger Klaus-Peter Müller gab sich am Mittwoch zuversichtlich, dass die Cobra-Anträge auf der HV abgelehnt werden. Cobra-Anwalt Thomas Heidel erklärte dagegen, er sei optimistisch, dass seine Mandanten eine Mehrheit hinter sich bringen würden. Cobra geht es um die Bestellung von Sonderprüfern zur Durchleuchtung der Kapitalerhöhungen und darum, dem Vorstand das Vertrauen zu entziehen.

Kohlhaussen kritisierte, die Cobra-Gruppe sei bislang nie zu einem Dialog bereit gewesen und verfüge offenbar nicht über eine klare Strategie. So lange es diese nicht gebe, werde der Aktienkurs schwach bleiben.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, forderte beide Seiten gestern auf, den Streit endlich zu beenden: "Erst wenn Commerzbank und Cobra den Märkten signalisieren, dass sie gemeinsam den Wert der Bank steigern wollen, kann sich der Kurs beruhigen."

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