Konflikt um besetzte Insel
Spanien verstärkt Truppen vor marokkanischer Küste

Nach der mit Boden-Luft-Raketen bestückten Fregatte "Navarra" sei auch die baugleiche "Numancia" im Hafen der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta eingetroffen, berichtete der Rundfunk am Montag.

HB MADRID/RABAT. Zudem sei eine dritte Fregatte, die "Baleares", in die Meerenge von Gibraltar entsandt worden, berichtete die Presse. Damit solle der Druck auf Marokko erhöht werden. Vom Hafen der Exklave Melilla liefen am Montag zudem zwei spanische Korvetten zu Manövern vor der Küste des nordafrikanischen Landes aus. Die fünf Kriegsschiffe haben eine Besatzung von etwa 800 Mann. Das Gebiet wird überdies weiter von Hubschraubern vom Typ "Cougar" überflogen.

Der marokkanische Außenminister Mohammed Benaissa kritisierte die Reaktion Spaniens und der Europäischen Union als "völlig überzogen". Der Konflikt könne nur durch einen Dialog gelöst werden. Mit der Besetzung der in Marokko "Leila" genannten Insel habe sein Land schließlich nicht Spanien überfallen. Die EU hatte die Regierung in Rabat am Sonntag aufgefordert, ihre Truppen unverzüglich von dem Felseneiland abzuziehen. Die spanische Außenministerin Ana Palacio warnte Marokko am Montag davor, angesichts der Krise um Perejil eine Debatte über die Exklaven Ceuta und Melilla zu entfachen. Beide Besitzungen gehören seit 500 Jahren zu Spanien. Rabat fordert seit jeher die Rückgabe der beiden Städte mit zusammen rund 130 000 Einwohnern. "Da gibt es nichts zu diskutieren", sagte Palacio im staatlichen Rundfunk. Marokkanische Soldaten waren am vergangenen Donnerstag auf Perejil gelandet und hatten die Flagge ihres Landes gehisst. Die von beiden Ländern beanspruchte Insel liegt 200 Meter vor der Küste in marokkanischen Hoheitsgewässern.

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