Konflikt vorprogrammiert
Scharons Verhandlungsaussage brüskiert Palästinenser

Im Nahost-Konflikt fordern Palästinenser auf der bisher vereinbarten Basis weiter über den Frieden zu verhandeln. Der neu gewählte israelische Präsident gab bekannt, dass er sich nicht an die Verhandlungsversprechungen seines Vorgängers Barak gebunden fühle.

dpa GAZA. Die Palästinenser bestehen nach dem Regierungswechsel in Israel darauf, dass die Verhandlungen über ein gemeinsames Friedensabkommen auf der Basis des bisher Erreichten fortgesetzt werden. Ein führender Berater von Palästinenserpräsident Jassir Arafat sagte am Donnerstag, die Ergebnisse der bilateralen Verhandlungen im ägyptischen Seebad Taba Ende Januar müssten als Ausgangsposition für Gespräche zwischen den Palästinensern und der künftigen Regierung des neuen Ministerpräsidenten Ariel Scharon dienen.

Der diplomatische Berater Scharons und frühere Botschafter Israels in den USA, Salman Schowal, hatte am Donnerstag gesagt, er gehe davon aus, dass Verhandlungen mit den Palästinensern nicht auf der Basis des bisher Erreichten aufgenommen werden. Arafat-Berater Nabil Abu Rudeine sagte dazu, "der einzige Weg, wie Frieden und Stabilität in der Region erzielt werden können, ist der durch Israels Bekenntnis zur Erfüllung bereits unterzeichneter Abkommen und internationaler Resolutionen".

Schowal hatte erklärt, dass die Kompromissvorschläge, die der frühere US-Präsident Bill Clinton am 23. Dezember zur Lösung des Konflikts unterbreitet hatte, die neue israelische Regierung nicht binden. Die Regierung Scharon werde ihre Pläne nicht vorzeitig offenbaren. Der palästinensische Unterhändler, Informationsminister Jassir Abed Rabbo, warnte, die Haltung Scharons werde "die Bemühungen um Frieden nur in eine Sackgasse führen". Rabbo wies gleichzeitig die Forderung Scharons zurück, vor dem Beginn von Verhandlungen zunächst die Gewalt in den Palästinensergebieten zu beenden.

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