Konfrontation vor Gericht soll vermieden werden
Bewag und Eon bieten sich wechseleitig Gespräche an

Bewag-Aufsichtsratschef Barney Rush bot Eon am Freitag Gespräche über eine "effiziente und faire Lösung" an. Southern bedauere, sich mit dem Konsortialpartner auf juristischem Weg auseinander setzen zu müssen, um die eigenen Interessen und Rechte zu wahren. Barney zeigte sich sicher, dass der Rechtsstreit gewonnen würde. Southern wolle aber die Zeit nutzen, damit möglichst schnell klare Verhältnisse über die Anteile der Bewag geschaffen würden. Man sei zu Gesprächen bereit. Eon-Energie-Vorstandschef Hans- Dieter Harig äußerte sich erfreut über das Angebot.

dpa/rtr BERLIN. Der Vorstandschef des Berliner Energieversorgers Bewag, Dietmar Wintje, sprach sich unterdessen gegen eine Übernahme seines Unternehmens durch die Hamburgische Electricitäts-Werke (HEW) und für eine weitere Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Stromkonzern Southern Energy (SEI) aus. Southern sei der beste Partner zur Umsetzung der geplanten Unternehmensstrategie, sagte Wintje am Freitag in Berlin vor Journalisten. Die Bewag wolle im Osten Deutschlands einen großen und wettbewerbsfähigen Energie-Dienstleister aufbauen.

Zu einem Zusammenschluss von SEI, Bewag, dem ostdeutschen Stromerzeuger Veag und den Braunkohleförderern Laubag und Mibrag gebe es "keine gute Alternative", sagte Wintje. Southern habe im Gegensatz zur HEW "keine eigenen Kraftwerke in Deutschland, die nach Absatzmärkten suchen". Die Bewag und ihr amerikanischer Partner wollten keine verlängerte Werkbank im Osten Deutschlands, sondern ein Unternehmen mit allen Wertschöpfungsstufen.

Der vor kurzem aus Veba und Viag fusionierte Stromkonzern Eon hatte in der vergangenen Woche angekündigt, aus kartellrechtlichen Gründen seinen 49-prozentigen Anteil an der Bewag an die HEW zu verkaufen. Die HEW strebt zudem an, ihren Besitzstand durch weitere Zukäufe aus dem Streubesitz zu erhöhen. Damit würde die in Zukunft voraussichtlich vom schwedischen Vattenfall-Konzern dominierte Gruppe rund 60 % an der Bewag halten. Das Land Berlin und auch SEI hatten gegen den Verkauf eine Einstweilige Verfügung erwirkt. SEI besitzt rund 26 % der Bewag.

Gesprächsangebot mit Eon besteht weiter

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bewag und Europachef von Southern, Barney Rush, unterstrich die Bereitschaft seines Unternehmens mit Eon zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Er biete dem Konsortialpartner an, "zu jeder Zeit Gespräche über eine effiziente und faire Lösung aufzunehmen." Southern habe großes Interesse daran, die Produktion des Stroms im Osten zu stärken und werde alles daran setzen sich über Berlin in ganz Europa zu vermarkten.

HEW und Vattenfall würden sich bei einer Übernahme der Bewag in einen Interessenskonflikt begeben, sagte Rush. Sie müssten sich beständig die Frage stellen, ob sie lieber auf die ostdeutsche Braunkohleverstromung durch die Veag setzten oder die eigenen Kraftwerke maximal ausnutzen wollten. Dies brauche Southern nicht, da es unmöglich sei, aus Amerika Strom nach Deutschland zu liefern.

An die Übernahme der Bewag ist auch das Schicksal des ostdeutschen Stromproduzenten Veag gekoppelt. Die Kartellbehörden haben Eon nach der Fusion auch hier zur Auflage gemacht, ihren rund 49 prozentigen Anteil zu verkaufen. Ziel der rot-grünen Regierung ist es, die Veag und mit ihr die rund 8000 Arbeitsplätze zu erhalten und eine dauerhafte Abnahme von 50 Terawattstunden Strom zu garantieren.

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