Konfusion wegen Gerichtsurteils
Ultimatum für Simbabwes weiße Farmer

Wenige Stunden vor dem Ablauf eines Ultimatums für 2900 weiße Farmer in Simbabwe herrschte am Donnerstag Konfusion bei den Betroffenen. Grund war ein Richterbeschluss, der den von der Vertreibung bedrohten Farmern Hoffnung auf einen Aufschub gab.

dpa/HB HARARE. Von offizieller Seite gab es bis zum Nachmittag allerdings keine Reaktion auf das Urteil von Richter Charles Hungwe. Er hatte am Vortag im Fall des Farmers Andrew Cockett entschieden, dass vor einer Beschlagnahme der mit Hypotheken belasteten Höfe erst die Kreditgeber zu benachrichtigen seien. Nach Angaben des Farmer-Verbandes sind rund 99 Prozent der Höfe in Simbabwe belastet. Dennoch wollten viele Farmer eine Konfrontation vermeiden: Sie planten das Verlassen ihrer Höfe.

Den weißen Farmern im Lande war im Mai durch ein umstrittenes Gesetz eine Frist von 90 Tagen gesetzt worden, um ihr Land zu verlassen. Das Ultimatum endete am Donnerstag um Mitternacht. Ab Freitag darf damit kein weißer Farmer mehr auf seinem Hof sein, wenn er nicht zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe riskieren will. Bereits vor anderthalb Monaten war ihnen jegliche Farmarbeit unter Strafandrohung verboten worden. Am Mittwoch hatte der Stellvertreter des im Ausland weilenden Präsidenten Robert Mugabe, Joseph Msika, die Farmer vor Widerstand gegen den Beschluss der Regierung gewarnt.

Msika, der auch die umstrittene Landreform leitet, erklärte vor rund 300 weißen Farmern in Harare: "Ihr habt nicht nur sensationsheischend ein nobles Ziel aufgebauscht, sondern das Programm auch politisiert und sogar internationalisiert. Wir sind uns bewusst, dass es eine kleine Clique unter euch gibt, die es auf weitere Konfrontation mit der Regierung anlegt." Diese Gruppe werde die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

Simbabwe - einst ein blühendes Agrar-Exportland - ist seit Beginn der chaotisch betriebenen Landreform vor zweieinhalb Jahren ins schlimmste wirtschaftliche, politische und soziale Chaos seiner Geschichte gerutscht. Zur Zeit sind rund sechs Millionen Menschen von einer akuten Hungersnot bedroht, die nur zum Teil auf die Dürre in der Region zurückzuführen ist.

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