Kongress nimmt Untersuchungen auf
Neue Vorwürfe gegen CIA und FBI

Die Meldungen über schwere Pannen bei US-Behörden vor den Terroranschlägen am 11. September reißen nicht ab. Nach Medienberichten vom Dienstag hat der US-Geheimdienst CIA das Bundeskriminalamt FBI entgegen dessen eigener Darstellung bereits im Januar 2000 auf einen der späteren Flugzeugentführer aufmerksam gemacht.

dpa WASHINGTON. Die "New York Times" zitierte am selben Tag den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak mit den Worten, sein Geheimdienst habe die USA eine Woche vor den Anschlägen vor einer bevorstehenden Terror- Operation gewarnt.

Die beiden neuen Enthüllungen kamen nur kurz vor dem Beginn einer mit Spannung erwarteten Kongress-Untersuchung der Vorwürfe gegen FBI und CIA, die sich seit zwei Wochen häufen. Die für die Geheimdienste zuständigen Ausschüsse von Senat und Abgeordnetenhaus wollten noch am Dienstag (Ortszeit) zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer Serie von Anhörungen beginnen, bei denen auch die Chefs von CIA und FBI, George Tenet, und Robert Mueller, aussagen sollen.

Der republikanische Senator Richard Shelby kündigte eine schonungslose Aufklärung an. Dies sei man dem amerikanischen Volk schuldig. Shelby erwartet nach eigenen Angaben, dass die Hearings noch weitere Pannen, Fehler und Versäumnisse zu Tage fördern werden. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein erklärte, bei den Anhörungen würden Antworten auf "einige sehr harte Fragen" verlangt. Der Zeitung "USA Today" zufolge hat die CIA dem Kongress bereits 350 000 Seiten an schriftlichen Dokumenten über die Ereignisse im Vorfeld des 11. September zugeleitet. Nach Angaben des Blattes geht daraus hervor, dass die USA wenige Wochen vor den Anschlägen selbst Agenten in die Terror-Organisation El Kaida eingeschleust hatten und die Geheimdienste Gespräche mithörten, in denen über einen größeren bevorstehenden Anschlag diskutiert wurde.

Nach Angaben der "New York Times" sagte Mubarak in einem Interview, dass ein eigener Agent aus El-Kaida-Kreisen vor dem 11. September Informationen über eine bevorstehende "Terror-Operation" gegen die USA erhalten habe und amerikanische Geheimdienstler entsprechend gewarnt worden seien. Das Blatt zitierte aber zugleich einen hochrangigen Beamten der CIA mit den Worten, bei seiner Behörde sei keine derartige Warnung eingegangen.

Die CIA widersprach weiter Angaben des FBI, nach denen der Geheimdienst dem Bundeskriminalamt erst im August 2001 Informationen über zwei der späteren Flugzeugentführer zugeleitet habe. US-Medien zitierten einen hochrangigen CIA-Beamten mit den Worten, bereits im Januar 2000 sei das FBI über einen Mann namens Khalid Almihdhar unterrichtet worden, der an einem mutmaßlichen Terroristentreffen in Malaysia teilgenommen habe und ein "verdächtiges Visum" besitze. Nach FBI-Darstellung traf dagegen erst Ende August 2001 ein CIA - Telegramm mit der Warnung ein, Almihdhar und ein zweiter Mann müssten unbedingt bei der Einreise in die USA gestoppt werden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sie sich aber schon längst im Land.

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