Kongress will Anhörungen durchführen
Stellungnahmen zum 11. September

Nach einer Serie von Vorwürfen krasser Fehleinschätzungen bei US-Regierungsstellen und Behörden vor dem 11. September soll es jetzt Anhörungen vor dem Kongress geben.

dpa WASHINGTON. Das Bundeskriminalamt FBI kommt wegen angeblicher schwerer Versäumnisse vor den Anschlägen vom 11. September immer stärker in die Kritik. Nach Medienberichten vom Freitag hat jetzt ein FBI-Außenposten in Minneapolis (Minnesota) der Zentrale in Washington massive Behinderung der Ermittlungen im Fall des mutmaßlichen Terroristen Zacarias Moussaoui vorgeworfen. Moussaoui war vor den Anschlägen festgenommen worden und vermutlich als 20. Flugzeugentführer vorgesehen.

Die Kritik der Außenstelle gipfelt in dem indirekten Vorwurf, dass vor dem 11. September Hinweise auf einen Terrorvorschlag vorlagen, aber nicht beachtet wurden. FBI-Chef Robert Mueller kündigte inzwischen eine interne Untersuchung an. Auch der Kongress will herausfinden, welche Informationen dem FBI, dem Geheimdienst CIA und der Regierung vor den Anschlägen vorlagen. Ein gemeinsamer Ausschuss von Senat und Abgeordnetenhaus will Anfang Juni mit Anhörungen beginnen und Mueller sowie CIA-Direktor George Tenet als Zeugen vorladen.

Den Berichten zufolge sind die jüngsten Vorwürfe aus Minneapolis in einem äußerst scharf formulierten 13-seitigen Brief der Außenstelle an ein Kongressgremium enthalten. Konkret heißt es darin, dass Beamte in der FBI-Zentrale unter anderem die Ausstellung von Durchsuchungsbefehlen abgelehnt und Mitarbeiter in Minneapolis wegen eines Hilfe-Ersuchens an den Geheimdienst CIA gerügt hätten. Weiter wird betont, dass Beweismaterial im Fall Moussaoui zusammen mit einer Warnung aus einer FBI-Abteilung in Phoenix (Arizona) über mögliches Flugtraining von El-Kaida-Mitgliedern den Verdacht hätte erregen müssen, "dass ein Terroranschlag bevorstand".

Die Vorwürfe stehen in krassem Widerspruch zu Äußerungen von Mueller, denen zufolge das FBI alles getan habe um herauszufinden, ob Moussaoui Teilnehmer eines Terror-Komplotts war. Moussaoui war drei Wochen vor den Anschlägen auf Grund des Hinweises einer Flugschule festgenommen worden. Die Schulleitung hatte das FBI darüber informiert, dass ein ausländischer Flugschüler nur daran interessiert sei, das Steuern einer Maschine zu lernen, nicht aber, wie man sie zur Landung bringt.

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