Kongress: Zukunft der Kohle
Energieland Nordrhein-Westfalen setzt auf Kohle

Wer seine Augen nicht vor dem verschließt, was sich auf unserer einen Welt tut, der wird auch erkennen, dass mittelfristig nicht weniger, sondern weltweit mehr Kohle zur Stromerzeugung eingesetzt werden wird.

DÜSSELDORF. Worauf es ankommt, ist, Stromerzeugung auf Kohlebasis so effizient und umweltschonend wie nur möglich zu gestalten. Wir in Nordrhein-Westfalen tun das und wir setzen dabei auf die international absolut wettbewerbsfähige Braunkohle; aber auch der Steinkohlenbergbau hat in unserem Land eine Zukunft, wenn mit ihm die weltweit modernste Kraftwerkstechnologie verbunden ist. Denn diese Technologie wird mit Blick auf den Klimaschutz beste Exportchancen haben.

Nirgendwo auf der Welt gibt es eine bessere Förder-, Aufbereitungs- und Kraftwerkstechnik. Um sie zu erhalten, weiter zu entwickeln und weltweit zu vermarkten, brauchen wir den Steinkohlebergbau in Nordrhein-Westfalen.

Der Verzicht auf unsere Technologieführerschaft in der Bergbau- und Energietechnik wäre ökonomisch unsinnig und ökologisch grundfalsch. Im Gegenteil, der weltweite Einsatz unserer Kraftwerkstechnik ist der beste Beitrag zum Klimaschutz.

Der Wirkungsgrad von Steinkohlekraftwerken liegt heute weltweit bei nur etwa 30 Prozent. Moderne Steinkohlekraftwerke in Deutschland erreichen dagegen 43 Prozent. Würde man vorhandene moderne deutsche Kraftwerkstechnologie weltweit einsetzen, hätte dies enorme positive Konsequenzen für die Ressourcenschonung und den Klimaschutz.

Weltweit zeichnet sich derzeit ein großer Erneuerungs- und Zubaubedarf an Kraftwerksleistung ab. Allein für Europa geht man von einem Bedarf von ca. 300.000 MW bis 2020 ab. Dazu sind Investitionsentscheidungen bereits ab 2003/2004 zu erwarten. Das bedeutet glänzende Absatzchancen für Technologie "made in NRW".

Wir in Nordrhein-Westfalen wollen mit einer Innovationsoffensive dafür sorgen, dass Kraftwerkstechnologien aus NRW ihren Spitzenplatz in der Welt behaupten.

Bei der Verstromung von Braunkohle sind wir im internationalen Vergleich bereits Spitzenreiter: Im Herbst dieses Jahres wird im rheinischen Braunkohlerevier ein neues Kraftwerk mit rund 1.000 MW Leistung ans Netz gehen, das im internationalen Vergleich mit 43 Prozent einen Spitzenwert beim Wirkungsgrad erreicht.

Spitzenwerte wollen wir auch mit der Technologie für Steinkohlekraftwerke erreichen. Hier muss zunächst ein Kraftwerkskonzept erarbeitet werden, das technologisch hochmodern, aber auf der Grundlage getesteter Materialien weltweit schnell einsetzbar ist.

Dabei kann es jetzt noch nicht um die Zukunftsvision eines CO2-freien Kraftwerks gehen. Diese Vision ist faszinierend, aber voraussichtlich erst in der dritten Dekade dieses Jahrhunderts zu verwirklichen. Das kommt für den jetzt weltweit anstehenden Ausbau und die Erneuerung des Kraftwerksparks zu spät.

Heute realisierbare und vermarktbare Steinkohlekraftwerke erreichen einen Wirkungsgrad von deutlich über 45 Prozent, angestrebt werden 47 Prozent. Wir haben in sehr konstruktiven Gesprächen mit der Wirtschaft verabredet, dass ein entsprechendes Kraftwerkskonzept bis Herbst 2003 entwickelt wird - noch rechtzeitig vor der nächsten Runde bedeutsamer Investitions-entscheidungen.

Einigkeit besteht mit den Unternehmen auch über den Standort für ein Referenzkraftwerk: Es soll in NRW, im Ruhrgebiet gebaut werden. Eine solche Referenzanlage ist erforderlich, um die Funktions- und Leistungsfähigkeit zu demonstrieren. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Absatzchancen.

Mit der steigenden Nachfrage nach Steinkohle weltweit hat auch die "Bergbautechnik Made in NRW" gute Zukunftschancen. Mit einem Weltmarktanteil von 13 Prozent in der Bergbautechnik und von etwa 30 Prozent bei Bergbaumaschinen hat dieser Wirtschaftszweig hervorragende Voraussetzungen, seine Spitzenposition auf dem Weltmarkt zu festigen und weiter auszubauen.

Unserem modernen Steinkohlebergbau, unseren Anlagenbauern und den hier tätigen Energiekonzernen kommt deshalb - gerade im Sinne einer Politik der Nachhaltigkeit - eine Schlüsselrolle weit über Nordrhein-Westfalen hinaus zu. Diese Rolle wollen wir wahrnehmen.

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