Kongress: Zukunft der Kohle
Weltweite und europäische Perspektiven der Kohle

Kohle ist in der Stromerzeugung weltweit die Nummer eins und bleibt als Energiequelle in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Auch der jüngste International Energy Outlook 2002 des US-Departments of Energy (DOE) bestätigt die vorherrschenden Prognosen, dass der Kohleverbrauch absolut weiter deutlich zunehmen wird.

Bis 2020 geht das DOE von einem Wachstum weltweit in Höhe von 1,3 Milliarden Tonnen SKE aus, das sind mehr als 40 % des heutigen Kohleverbrauchs von 3,1 Milliarden Tonnen SKE. Wachstumsregionen für den Kohleeinsatz sind in erster Linie die asiatischen Entwicklungsländer, allen voran China und Indien.

Für die verstärkte Nutzung der Kohle sprechen ihre reichlichen und regional ausgewogen verteilten Vorräte sowie ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Globalisierung der Märkte und wachsender Wettbewerbsdruck haben große integrierte Bergbau- und Handelsunternehmen entstehen lassen. Der RAG-Konzern ist mit eigener Kohlenförderung in den USA, in Australien und Venezuela, einer leistungsfähigen Handelsorganisation und eigener Bergbau-Technik gut gerüstet, sich in diesem dynamischen Markt zu behaupten.

In der Europäischen Union verfügen Steinkohle (24,8 Milliarden Tonnen SKE) und Braunkohle (14,4 Milliarden Tonnen SKE) zusammen über fast 90 % der fossilen Energievorräte. Dennoch sind Förderung und Verbrauch von Steinkohle hier seit langem rückläufig. Mit den EU-Beitrittsländern, insbesondere Polen und Tschechien, wird die Bedeutung der Kohle in der EU wieder zunehmen, auch im Zusammenhang mit der energiepolitischen Diskussion über das EU-Grünbuch zur Energieversorgungssicherheit. Heimische Energieträger gewährleisten in hohem Maße Versorgungssicherheit und sollten daher auch in der endgültigen Fassung des EU-Grünbuchs eine entsprechend hervorgehobene Rolle spielen.

Der EU-Ministerrat hat mit seiner Entscheidung vom 7. Juni 2002 die Weichen für einen langfristigen Steinkohlenbergbau gestellt. Auf Basis der neuen Beihilfeverordnung ist eine energiepolitisch begründete Kohleproduktion auch über 2010 hinaus möglich. Forderungen nach einem Auslaufbergbau sind damit zurückgewiesen.

Im Rahmen einer nachhaltigen Energieversorgung ist der Einsatz der Kohle aber nicht nur unter versorgungspolitischen und ökonomischen, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten zu sehen. Im Fokus steht hierbei die Kohleverstromung, die weltweit etwa zwei Drittel des gesamten Kohleverbrauchs beansprucht.

Bei globaler Betrachtung kommt es darauf an, das große Gefälle in Anwendung bzw. Nichtanwendung bereits heute ausgereifter Kraftwerkstechnologien auszugleichen. Das betrifft die Möglichkeiten der Entschwefelung, Entstickung und Entstaubung der Kohlekraftwerke sowie die Steigerung des Wirkungsgrades. Hierzu ein Vergleich: Der durchschnittliche Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke beträgt in Deutschland etwa 40 %, in den USA etwa 35 % und weltweit nur etwa 30 %.

Im Hinblick auf die Klimadiskussion sind höhere Anforderungen zu stellen. Nach dem derzeitigen Stand der Technik können Steinkohlenkraftwerke konventioneller Bauart mit einem Wirkungsgrad von 47 % errichtet werden. Würde diese Technik weltweit eingesetzt, könnten mit etwa 1,8 Milliarden Tonnen CO2 rund ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken vermieden werden. Mit neuen Verfahren, die gegenwärtig erforscht werden, sollen mittelfristig die Wirkungsgrade auf 50 % und mehr gesteigert werden.

Technologieoffensive und-transfer sind somit wichtige Schlüssel, zur Lösung der globalen Klimaproblematik beizutragen. Die Nutzung der Steinkohle ist somit auch aus ökologischer Sicht vertretbar. Schon kurzfristig können durch die Weiterentwicklung von Clean Coal Technologien eine weitere Steigerung der Effizienz und damit eine Verringerung der CO2-Emissionen erreicht werden. Auf längere Sicht werden CO2-Abscheide- und Ablagerungstechnologien für die Klimavorsorge mit der Kohle neue Dimensionen eröffnen.

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