Konjunktur-Ausblick
Erholung bei Aufträgen und Produktion erwartet

vwd FRANKFURT. Die in der kommenden Woche anstehenden Oktober-Konjunkturdaten zu Auftragseingang und Industrieproduktion werden nach Prognosen von Bankvolkswirten nach den Rückgängen im Vormonat eine Erholung zeigen. Ralph Solveen von der Commerzbank rechnet mit einem Zuwachs der Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes von 1,5 % im Vergleich zum Vormonat, wobei die Aufträge aus dem Ausland um 2,5 % und die inländischen Aufträge um 1,0 % zulegen werden. Die Produktion solle gegenüber dem Vormonat um 0,7 % steigen.

Solveen sieht dabei für das Bauhauptgewerbe ein Plus von 2,0 % und für das Verarbeitende Gewerbe von 0,5 %. "Ausgehend von den verbesserten Rahmenbedingungen sollte zumindest im Wohnungsbau der Boden gefunden sein", erläuterte Solveen. Michael Holstein von der DG Bank geht ebenfalls von einer technischen Erholung bei Auftragseingang aus. Im Vergleich zum Vormonat würden für Oktober 2,2 % mehr eingegangene Aufträge verzeichnet, was im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 7,4 % bedeute. Auch Holstein sah eine weiterhin gute Auftragslage aus dem Ausland.

ifo-Geschäftsklimeindex schwächer ausgefallen

Hinsichtlich der Produktion zeigte sich Holstein indes zurückhaltender. Im Vergleich zum Vormonat erwartet er ein erneutes Minus von 0,4 %. Zur Begründung verwies der Volkswirt auf den schwächer ausgefallenen ifo-Geschäftsklimaindex, dessen Entwicklung eng mit der Industrieproduktion korreliere. Ein gegenüber dem Vorjahr "sattes Plus" von 3,9 % zeige aber, dass die Aufwärtsbewegung der Industrieproduktion intakt sei: "Rezessionsängste sind übertrieben", betonte Holstein.

Solide Zuwächse erwartet Harald Jörg von der Dresdner Bank. Die Industrieproduktion werde sich um 0,5 % gegenüber dem Vormonat und um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr verbessern. Auch bei den Auftragseingängen prognostiziert Jörg im Oktober eine Zunahme um 2,5 % im Vergleich zum Vormonat und 8,9 % im Vergleich zum Vorjahr.

Positive Signale für Arbeitsmarkt erwartet

Hans-Jürgen Meltzer von Deutsche Bank Research sieht die Auftragseingänge im Oktober um 1,5 % zum Vormonat und 6,5 % gegenüber Vorjahr steigen. Auch Meltzer nannte als Grund die starken Rückgänge im September sowie Impulse aus dem Ausland. Bei der Produktion bezifferte Meltzer das von ihm erwartete Wachstum mit 1,5 % gegenüber Vormonat und 6,5 % im Vergleich zum Vorjahr. "Die hohen Auftragsbestände werden abgebaut", erläuterte er.

Die befragten Volkswirte gehen ausnahmslos davon aus, dass sich die Konjunkturentwicklung weiterhin im Arbeitsmarkt niederschlagen wird. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl für November soll nach den Prognosen von Meltzer und Solveen um 20 000 zurückgehen. Holstein sagte hier einen Rückgang von 17 000 voraus, Jörg von 27 000. Holstein und Jörg rechnen für November mit einer saisonbereinigten Arbeitslosenrate von 9,0 %, während Meltzer von 9,3 % ausgeht. Die gute Konjunktur zeige sich weiterhin in einem Rückgang der Arbeitslosigkeit, so das einhellige Urteil. Solveen sieht dabei das Tempo des Rückgangs auf Vormonatsniveau. Allenfalls könne von einer ganz leichten Beschleunigung gesprochen werden.



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