Konjunktur erholt sich
EZB: Aussichten für Preisstabilität günstig

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Aussichten für eine Preisstabilität für günstig und geht von einer leichten Erholung der Wirtschaft im Euroland aus.

HB/dpa FRANKFURT/BRÜSSEL. EZB-Vizepräsident Lucas Papademos sagte am Dienstag in Brüssel: "Wir erwarten weiter ein eher moderates Tempo beim Wirtschaftswachstum in der ersten Hälfte 2003." Dem folge später im Jahr - mit abnehmender Unsicherheit - eine schrittweise Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivitäten.

Diese Annahme werde durch das niedrige Zinsniveau und den jüngsten Rückgang der Ölpreise gestützt. Die EU-Kommission rechnet für 2003 mit einem Wirtschaftswachstum in der Eurozone von nur einem Prozent. Papademos sieht die Inflation schrittweise unter 2 % fallen. Damit läge sie unter dieser von der EZB festgelegten Warnschwelle. "Kurzfristige Inflationsaussichten hängen jedoch entscheidend von der Entwicklung der Ölpreise ab", sagte er.

Wichtig für die mittelfristige Preisstabilität sei zudem, dass es zu moderaten Lohnabschlüssen komme. Das könne auch helfen, die Arbeitsmärkte zu entlasten. Selbiges schrieb EZB-Präsident Wim Duisenberg im Jahresbericht der Notenbank, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Zudem sei 2002 die Inflation in Euroland relativ hoch geblieben, so Duisenberg. Dies habe nur begrenzt an Preisaufschlägen im Zuge der Euro-Bargeldumstellung gelegen. Insgesamt werde der Euro eher für mehr Wettbewerb sorgen und die Inflation bremsen.

Dass ein gewisser Teil der Teuerung auf die Euro-Bargeldeinführung zurückzuführen war, hält der EZB-Präsident jedoch für erwiesen. Diese hat es laut Jahresbericht vor allem bei Dienstleistungen wie in der Gastronomie, im Friseurgewerbe und bei chemischen Reinigungen gegeben. Dort nehmen Verbraucher Preisaufschläge besonders schnell wahr. Konsumgüter verteuerten sich dagegen offensichtlich weniger stark. Dabei macht dieser Bereich 60 % der privaten Konsumausgaben aus. Noch im November 2002 hatten aber 80 % der Verbraucher den Eindruck, dass die Eurogeld-Einführung mit einem erheblichen Preisauftrieb einhergegangen sei.

Doch selbst bei den Preisen, die durch die Eurogeld-Einführung offenbar spürbar beeinflusst wurden, hat sich der Auftrieb nach Beobachtung der EZB weitgehend normalisiert. Zum Teil habe er sich sogar abgeschwächt. "Dies lässt darauf schließen, dass die Inflationseffekte lediglich vorübergehender Natur sein werden, auch wenn vereinzelt mit weiteren Teuerungen zu rechnen ist", schrieb Duisenberg.

Der Jahresüberschuss der EZB ging 2002 um ein Drittel auf 1,22 Mrd. ? zurück. Dabei schlug vor allem der Rückgang der Zinserträge eine Rolle, für den vor allem das niedrige Zinsniveau in Europa und den USA verantwortlich war. In diesem Jahr soll der Personalstand der EZB um 158 Mitarbeiter auf 1263 aufgestockt werden. 2001 beschäftigte die Notenbank noch 1043 Menschen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%