Konjunktur
Experten blicken vor Herbstgutachten eher pessimistisch in Zukunft

Vor der Veröffentlichung des Herbstgutachtens der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute an diesem Dienstag blicken Konjunkturexperten eher pessimistisch in die Zukunft. Die Düsseldorfer Westdeutsche Landesbank (WestLB) erwartet, dass die Institute die Wachstumsrate für dieses Jahr nach unten korrigieren. Ursache hierfür seien vor allem die gestiegenen Erdölpreise sowie die stark geschwächte Bauwirtschaft, erklärte die WestLB.

dpa HAMBURG. Vor der Veröffentlichung des Herbstgutachtens der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute an diesem Dienstag blicken Konjunkturexperten eher pessimistisch in die Zukunft. Die Düsseldorfer Westdeutsche Landesbank (WestLB) erwartet, dass die Institute die Wachstumsrate für dieses Jahr nach unten korrigieren. Ursache hierfür seien vor allem die gestiegenen Erdölpreise sowie die stark geschwächte Bauwirtschaft, erklärte die WestLB.

dpa HAMBURG. Trotz des florierenden Exportes, der vom niedrigen Eurokurs profitiere, überwiegen nach Ansicht der WestLB die negativen Effekte. Die Bank hatte ihre eigenen Wachstumsvorhersagen für 2000 und 2001 erst vor wenigen Wochen auf 2,8 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent nach unten korrigiert.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die Gefahr eines gebremsten Wirtschaftswachstums. Das Geschäftsklima habe sich merklich eingetrübt, hieß es im jüngsten Konjunktur-Report. Der Aufschwung werde im Verlauf dieses Jahres und 2001 etwas an Fahrt verlieren. Als Gründe nannte der BDI Risiken die hohen Ölpreise und die zukünftigen Belastungen aus der Ökosteuer. Generell sei die deutsche Wirtschaft weiter auf Expansionskurs.

Positive Signale kommen aus Ostdeutschland

Die Hessische Landesbank (Helaba) geht von einem wahrscheinlichen Wachstum des Bruttoinslandsproduktes (BIP) von 2,75 Prozent aus. Im laufenden Jahr werde das BIP um rund drei Prozent wachsen, teilte die Helaba mit. Wachstumsschübe lösten der dynamische Welthandel und die Steuerreform in Deutschland aus.

Einen wesentlich optimistischeren Ausblick hatten dagegen die Volkswirte der Dresdner Bank gegeben. Sie rechnen nach einem realen Zuwachs des BIP von drei Prozent im laufenden Jahr mit einem Anstieg von 3,3 Prozent im Jahr 2001. Zugleich würden die Arbeitslosenzahlen von durchschnittlich 3,2 Millionen 2000 über 2,9 Millionen 2001 und weiter auf 2,5 Millionen im Jahr 2002 sinken.

Positive Signale kommen in diesem Jahr aus Ostdeutschland. Nach den Worten des Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Rüdiger Pohl, ist in der ostdeutschen Industrie seit der Wende sehr viel Dynamik entstanden. Dort gebe es eine zweistellige Wachstumsrate und eine Produktionssteigerung von elf Prozent in diesem Jahr. Nur die Bauwirtschaft im Osten Deutschlands werde weiter schrumpfen.

Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute legen jeweils im Frühjahr und im Herbst ein Gutachten zur Konjunkturentwicklung in Deutschland vor. Im diesjährigen Frühjahrsgutachten hatten sie einen anhaltenden Aufschwung vorausgesagt. Das BIP sollte demnach 2000 und 2001 um real jeweils 2,8 Prozent wachsen.

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