Konjunktur
Japans Firmeninsolvenzen auf Rekordstand

Die Zahl der Konkurse in Japan ist im Juli um 21,4 % gestiegen.

Reuters TOKIO. Die Zahl der Konkurse in Japan hat im Juli den neunten Monat in Folge zugenommen. Wie das Kreditforschungsinstitut Teikoku Databank in seinem Monatsreport erklärte, stieg die Anzahl der im Juli um 21,4 % auf 1 617 zum Vormonat. Die damit verbundenen Unternehmensschulden erhöhten sich auf 4,26 Trillionen Yen (rund 43 Mrd. Euro). Das übertrifft das zuletzt im März 1999 erreichte Rekordniveau von 3,18 Trillionen Yen. Hauptverantwortlich für den starken Anstieg sei der Zusammenbruch der Warenhauskette Sogo, die mit einem Schuldenbetrag von 1,87 Trillionen Yen, also rund 70 % des gesamten japanischen Firmen-Schuldenberges, die zweitgrößte Pleite in der japanischen Geschichte darstelle. Mit weiteren Konkursanmeldungen sei insbesondere nach der letzten Zinserhöhung zu rechnen, ergänzte Teikoku.

Mit dem Konkurs von Sogo ist bereits der achte börsennotierte Konzern Japans pleite gegangen und es wird befürchtet, dass weitere Unternehmen, insbesondere im Bau- und Einzelhandelssektor, vor dem Konkurs stehen. "Die Anzahl der Firmenpleiten wird dieses Jahr möglicherweise ein Rekordniveau erreichen", sagte Takakazu Nakamori von der Teikoku Databank. Die anhaltende Konsumflaute und rückläufige öffentliche Investitionen überschatten nach Ansicht dea Instituts die Restrukturierungsmaßnahmen vieler Unternehmen und vertiefen deren bereits schiefe Finanzlage. Die Folge sei, dass die ohnehin von Risikokrediten geplagten Banken bei der Vergabe von Krediten immer wählerischer würden.

Die Entscheidung der japanischen Notenbank, ihre Null-Zinspolitik am letzten Freitag zu beenden und die Leitzinsen zum ersten Mal seit zehn Jahren um einen viertel Prozentpunkt auf 0,25 % zu erhöhen wird nach Ansicht von Analysten die Schuldenlast der Firmen in den nächsten Monaten zusätzlich in die Höhe treiben und weitere Konkurse hervorrufen.

Drei Gläubigerbanken des Baukonzerns Hazama erwägen bereits, dem von massiven Finanzproblemen gekennzeichneten Unternehmen die Schulden zu erlassen. Auch die Baufirma Kumagai Gumi werde möglicherweise um einen Schuldenerlass bitten, erklärte Teikoku in dem Bericht weiter. Für einige Firmen gäbe es jedoch selbst im Falle eines Schuldenerlasses keine Überlebens-Garantie. Die Industrieproduktion in Japan ist unterdessen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal revidiert um 1,7% gestiegen, wie das Handelsministerium (MITI) am Montag in Tokio meldete. Ursprünglich war ein Anstieg von 1,6% bekannt gegen worden. Im vorangegangenen Dreimonatsabschnitt lag das Plus bei 0,8%.

Die Auslieferungen der Industrie stiegen im Berichtszeitraum revidiert um 1,8% (ursprünglich gemeldet: +1,7%), nachdem sie im ersten Quartal noch um 0,5% gestiegen waren. Bei den Lagerbeständen sei nach einem Zuwachs von 2,4% im ersten Quartal ein Minus von 0,1% (-0,2%) verzeichnet worden.

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