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Konjunktur kommt in Fahrt - Exportmotor läuft auf Hochtouren

Die Konjunktur in Deutschland kommt durch den Exportboom zunehmend auf Touren. In den ersten acht Monaten zogen die Exporte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 10,7 % zum Vorjahr an. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hob am Donnerstag seine Prognose für das Wachstum in diesem Jahr von 1,8 auf 2 % an, nachdem bereits das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Vortag seine Vorhersage erneut nach oben korrigiert hatte, auf nunmehr auf 1,9 %. Die Phase der wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland ist nach Darstellung der Bundesregierung definitiv beendet.

dpa-afx HAMBURG. Die Konjunktur in Deutschland kommt durch den Exportboom zunehmend auf Touren. In den ersten acht Monaten zogen die Exporte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 10,7 % zum Vorjahr an. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hob am Donnerstag seine Prognose für das Wachstum in diesem Jahr von 1,8 auf 2 % an, nachdem bereits das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Vortag seine Vorhersage erneut nach oben korrigiert hatte, auf nunmehr auf 1,9 %. Die Phase der wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland ist nach Darstellung der Bundesregierung definitiv beendet.

"Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sind so gut wie seit Jahren nicht mehr", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) im Bundestag. Im zweiten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,5 % gegenüber dem ersten und um 2 % gegenüber Vorjahr gestiegen. Die Union warf der Regierung Schönfärberei und zu optimistische Wachstumsprognosen vor. Die Wachstumserwartungen beruhten nicht auf einer Belebung der Inlandsnachfrage, sondern würden weitgehend durch den Export getrieben, sagte Unions-Fraktionsvize Friedrich Merz (CDU).

Exporte AUF Stablien Wachstumspfad

Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) sieht die deutschen Exporte auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte auf einem stabilen Wachstumspfad. Im Juli wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 62,5 Mrd. ? ausgeführt, das sind 7,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Einfuhren legten um 12,5 % auf 49,0 Mrd. ? zu. Dieser Anstieg könnte nach Einschätzung der Commerzbank darauf hindeuten, dass sich die Inlandsnachfrage allmählich belebt. Bislang leide die Binnennachfrage unter der Investitionszurückhaltung. Nach Einschätzung des IWH dürfte sich die Investitionsneigung im Jahresverlauf verbessern.

Auch die Konjunktur im Euroraum, dem bisherigen Nachzügler der Weltkonjunktur, zieht an, erklärten die Wirtschaftsforscher in Halle. Die Konjunkturbelebung wird nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in den nächsten Quartalen in der Euro-Zone an Breite gewinnen und im Verlauf des kommenden Jahres in einem kräftigeren Aufschwung münden. In ihrem jüngsten Monatsbericht erklärte die EZB, das robuste Wachstum der Weltwirtschaft stütze weiter das Exportwachstum des Eurogebiets. US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte am Vortag erklärte, die Wirtschaft habe in den USA nach kurzem Atemholen wieder an Zugkraft gewonnen.

Risikofaktor Konjunktur

Als Risikofaktor für Konjunktur und Teuerung gelten vor allem die andauernd hohen Ölpreise. Die Preissteigerung in Deutschland hat sich im August wegen der rasanten Verteuerung des Öls beschleunigt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 2,0 %. Im Juni und Juli lag die jährliche Inflationsrate noch bei 1,7 und 1,8 %. Ohne Mineralölerzeugnisse hätte die Teuerungsrate laut Statistikern im August nur 1,6 % betragen. Die EZB sieht nur bei sinkenden Ölpreisen eine Chance, die Inflation in der Euro-Zone wieder unter zwei Prozent zu drücken.

Für den Arbeitsmarkt zeichnet sich nach Einschätzung von Konjunkturexperten auch im kommenden Jahr keine durchschlagende Besserung ab. Zwar gehe die Arbeitslosigkeit leicht zurück, sie überschreite aber dennoch in diesem und auch im nächsten Jahr die 4,3-Millionen-Marke, erklärte das IWH. Die Arbeitsmarktreformen (Hartz IV) werden 2005 nach Meinung der Experten die Arbeitslosigkeit nicht entscheidend verringern, wenngleich die Anreize zur Aufnahme von Beschäftigung steigen.

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