Konjunktur sendet widersprüchliche Signale: Wall Street erholt sich im Verlauf

Konjunktur sendet widersprüchliche Signale
Wall Street erholt sich im Verlauf

Am Mittwoch schloss der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) leicht im Plus mit 0,9 Prozent auf 7 776 Punkte.



Reuters NEW YORK. Die US-Börsen haben am Mittwoch nach schwachem Handelsverlauf deutlich im Plus geschlossen. Händler sagten, die Anleger hätten die jüngsten Kursverluste als Gelegenheit zum Wiedereinstieg genutzt. Uneinheitliche Geschäftszahlen von Unternehmen hätten keine Impulse gegeben, während die Irak-Krise weiterhin für Zurückhaltung sorge.

Nach der Vorlage des Konjunkturberichts der US-Notenbank (Fed), "Beige Book", gaben die US-Aktienmärkte einen Großteil ihrer Gewinne ab, erholten sich jedoch zum Abend hin deutlich. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent bei rund 7776 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index stieg um 0,5 Prozent auf 1314 Zähler. Der breiter gefasste S& P-500-Index tendierte 0,8 Prozent höher bei 829 Zählern. Im Beige Book war von einem nur gedämpften Wachstum der US-Wirtschaft bis Ende Februar die Rede.Auch der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe fiel mit 53,9 für den Februar leicht über den Erwartungen, aber unter dem Vormonat aus

"Es dreht sich alles um Politik, und es dreht sich alles um Vertrauen", sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma LibertyView. "Die Situation in Irak muss gelöst werden, damit die Anleger ein klareres Bild bekommen und die Konjunkturdaten wieder mehr Gewicht erhalten." Stephen Carl von The Williams Capital ergänzte: "Wir befinden uns derzeit in einer Warteschleife."

Die Unsicherheit angesichts eines drohenden Irak-Krieges sowie der Spannungen zwischen Nordkorea und den USA belasten seit Monaten weltweit die Finanzmärkte. Am Mittwoch drohten Frankreich und Russland erneut indirekt mit einem Veto gegen eine UNO-Resolution, mit der die USA und Großbritannien den Weg für einen Irak-Krieg freimachen wollen. "Viele Leute sind derzeit sehr ängstlich", sagte Charles White, Präsident von Avatar Associates. "Das ist nicht unbedingt die Atmosphäre, in der man am Morgen aufwacht und sich denkt: Heute werde ich eine ganze Ladung Aktien kaufen." Angesichts der Nervosität am Aktienmarkt zeigten sich die Anleger an US-Staatsanleihen interessiert. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatstitel hatten am Mittwoch kurzfristig ein Viermonatstief erreicht, während die Kurse kräftig anzogen.

Unter den Einzeltiteln fielen Walt Disney um 0,7 Prozent auf 15,93 Dollar, nachdem Merrill Lynch die Gewinnprognosen für 2003 gesenkt hat. Boeing verloren 2,8 Prozent auf 26,67 Dollar. Händler führten die Abgaben auf das schwache Ergebnis des Rüstungskonzerns und Wettbewerbers Northrop Grumman zurück, der seine Gewinnprognosen für 2003 zurückgenommen hatte.

Dreyer's fielen an der Nasdaq um 18 Prozent auf 56,70 Dollar. Die Federal Trade Commission hatte zuvor eine Übernahme durch Nestle´ blockiert. Daraufhin stuften die Analysten der Deutschen Bank den Wert auf "Sell" zurück und senkten das Kursziel auf 42 Dollar.

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