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Konjunktur trotzt bislang dem Ölpreis - Aufschwung gewinnt an Fahrt

dpa-afx HAMBURG. Der Aufschwung in Europa gewinnt nach Einschätzung des ifo Instituts trotz der enorm hohen Ölpreise langsam an Fahrt. "Die konjunkturelle Erholung wird sich in den nächsten Monaten leicht verstärken", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Dienstag in München. In der deutschen Wirtschaft läuft vor allem der Export auf Hochtouren und verhindert ein Absacken der dort noch eher flauen Konjunktur. Allerdings sehen führende Volkswirte in dem andauernd hohen Ölpreis ein wachsendes Risikopotenzial. Nach neuen Rekordwerten am Vortag haben sich die Ölpreise auf den internationalen Märkten am Dienstag auf hohem Niveau stabilisiert.

dpa-afx HAMBURG. Der Aufschwung in Europa gewinnt nach Einschätzung des ifo Instituts trotz der enorm hohen Ölpreise langsam an Fahrt. "Die konjunkturelle Erholung wird sich in den nächsten Monaten leicht verstärken", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Dienstag in München. In der deutschen Wirtschaft läuft vor allem der Export auf Hochtouren und verhindert ein Absacken der dort noch eher flauen Konjunktur. Allerdings sehen führende Volkswirte in dem andauernd hohen Ölpreis ein wachsendes Risikopotenzial. Nach neuen Rekordwerten am Vortag haben sich die Ölpreise auf den internationalen Märkten am Dienstag auf hohem Niveau stabilisiert.

An der Londoner Ölbörse IPE wurde ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit 41,24 $ gehandelt, nach bis zu 41,70 $ am Montag. An der New Yorker Warenterminbörse Nymex kostete das Barrel 44,71 $, nach einer Rekordnotierung von 44,84 $ am Montag. Neben der angespannten Lage im Irak und der andauernden Unsicherheit um den russischen Ölkonzern Yukos spielt dabei der kräftig anziehende Verbrauch vor allem in Asien und den USA eine wichtige Rolle.

Stimmung Verbessert

Dessen ungeachtet entwickelte sich die Stimmung in der europäischen Wirtschaft besser, als die ifo-Experten erwartet hatten. Der Wirtschaftsklima-Index des Instituts für den Euro-Raum stieg im Juli von 89,8 auf 96,6 Punkte. Die Firmen im Euroraum beurteilten vor allem ihre aktuelle wirtschaftliche Lage deutlich positiver als bei der letzten Befragung vor drei Monaten. Aber auch die Erwartungen für das zweite Halbjahr 2004 sind nach Angaben der Wirtschaftsforscher in allen Euroländern ausgesprochen positiv.

Allerdings rechnen die Experten auch nur mit einer leichten Beschleunigung des Aufschwungs. "Da hat sicher der hohe Ölpreis eine Rolle gespielt", sagte ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb. Unter diesen Voraussetzungen sei es aber erstaunlich genug, dass beide Indikatoren gestiegen seien. Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise sagte der "Financial Times Deutschland" allerdings, die Gefahren des Ölpreises würden bislang unterschätzt.

D: Export Bleibt Wichtigster Impulsgeber

Die deutsche Wirtschaft erhält unterdessen nach wie vor im Außenhandel die wichtigsten Impulse. Im Juni 2004 wurden Waren im Wert von 63,0 Mrd. ? exportiert und Waren im Wert von 48,3 Mrd. ? importiert. Die Ausfuhren lagen damit nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 16,1 % höher als vor einem Jahr, nach einem Plus von 11,8 % im Mai. Damit summieren sich die Ausfuhren im ersten Halbjahr auf 326,1 Mrd. ? - ein Zuwachs von 11,2 % gegenüber dem Vorjahr. Solange der Konsum und die Binnenwirtschaft in Deutschland nicht anspringen, gilt der Export als einzige Stütze der Konjunkturerholung in Deutschland.

"Die Nachfrage aus dem Ausland ist weiterhin sehr lebhaft. Der Trend wird eindeutig weiter nach oben zeigen", analysierten die Volkswirte der Commerzbank. Das starke Wachstum beim Export hat nach Einschätzung des DIW im zweiten Quartal das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 0,5 % im Vergleich zum Vorquartal wachsen lassen. Gegenüber dem Vorjahr betrage der Zuwachs 1,9 %. Für das dritte Quartal rechnet das Berliner Institut mit einem Wachstum von 0,4 % gegenüber dem Vorquartal. Die BIP- Zahlen will das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag bekannt geben.

Die Außenhandelsbilanz - der Saldo aus Exporten und Importen von Waren - schloss im Juni 2004 mit einem Überschuss von 14,7 (Vorjahr: 10,6) Mrd. ? ab. Für den Zeitraum Januar bis Juni klettert der deutsche Handelsüberschuss damit auf 84,2 (60,4) Mrd. ?.

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