Konjunkturabkühlung hat das Geschäft beeinträchtigt
Goldman Sachs kappt Gehalt des Vorstandschefs

Die Goldman Sachs Group Inc. hat die für 2001 vereinbarte Vergütung von Chairman und Vorstandschef Henry Paulson um 15 % gekürzt. Damit reagiert die drittgrößte amerikanische Investmentbank auf die jüngsten Gewinneinbußen.

Bloomberg NEW YORK. Paulson kassierte 600 000 Dollar Fixgehalt und dazu einen Bonus in Höhe von 11,55 Mill. Dollar. Aktienoptionen im Wert von 6,77 Mill. Dollar hoben sein Salär auf insgesamt 18,9 Mill. Dollar.

"Der Aufsichtsrat hat sein Gehalt nicht in dem Maß gekürzt, wie wir dachten", kommentierte Alan Johnson von der Personalberatung Johnson Associates aus New York die Gehaltsentwicklung von Paulson. "Aber die Kursentwicklung war positiv, daher haben sie ihn in ihrem Statement sehr gelobt."

Obwohl der Gewinn bei der Goldman Sachs Group im vergangenen Jahr um 25 % eingebrochen ist, kam Goldman im Emissions- und M & A-Geschäft auf Platz eins. Die Branche insgesamt verzeichnete durchschnittliche Gewinneinbußen von 51 %.

Geschäft nachhaltig beeinträchtigt

Mit Paulson am Steuer haben die Goldman-Titel "eine hervorragende Performance" hingelegt, heißt es in der jährlichen Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. Im vergangenen Jahr waren die Aktien von Goldman 8,4 % gestiegen, während die Papiere der Wettbewerber, Morgan Stanley Dean Witter & Co., um 12 % abrutschten. Der Standard & Poor's-500-Index verlor im gleichen Zeitraum 13 %.

Die Konjunkturabkühlung und die Terroranschläge vom 11. September "haben das Geschäft und das Verbrauchervertrauen nachhaltig beeinträchtigt", formulierte der für die Vergütungen zuständige Ausschuss von Goldman. Darin sitzen John Browne, Vorstandschef von BP Plc, James Johnson, Chairman von Brookings Institution, John Bryan, ehemaliger Chairman von Sara Lee Corp., und Ruth Simmons, Präsidentin der Brown University.

Auch Purcell muss sich mit weniger begnügen

Schon vor zwei Jahren kassierte Paulson mit 22,5 Mill. Dollar rund 12 % weniger als im Vorjahr. Sein Fixgehalt lag bei 600 000 Dollar, der Bonus belief sich auf 14 Mill. Dollar. Seine verkaufsbeschränkten Aktien kamen auf 3,9 Mill. Dollar und auch die Aktienoptionen waren seinerzeit 3,9 Mill. Dollar wert.

Seine Goldman-Kollegen John Thain und John Thornton - beide teilen sich das Amt des Präsidenten und Chief Operating Officers - kassierten im zurückliegenden Jahr jeweils 16,4 Mill. Dollar, auch das ist ein Abschlag von 15 % im Vergleich zum Vorjahr. Ihre Vergütung setzte sich zusammen aus 600 000 Dollar Fixgehalt, 9,9 Mill. Dollar Bonus und 5,8 Mill. Dollar Aktienoptionen.

Neben Paulson musste sich auch Philip Purcell, Chairman und Vorstandschef von Morgan Stanley, mit weniger begnügen. Die zweitgrößte amerikanische Investmentbank zahlte ihm letztes Jahr nur 15 Mill. Dollar. Dies entspricht einem Minus von 40 %. Weil es für die Bewertung der Aktienoptionen keinen Standard gibt, sind die Gehälter selbst innerhalb einer Branche indes nur schwer miteinander vergleichbar.

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